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Judentum

Montag, 18. Mai 2009

Brief der orthodoxen Juden von NK an den Präsidenten des Iran

Die orthodoxen Juden von "Neturei Karta" haben einen lesenwerten Brief an den iranischen Präsidenten Ahmedinedschad geschrieben.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Juden im Jemen


Interessantes Video.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Zionismus ist der größte Feind des Judentums

Starke und sehr deutliche Worte von Seiten der orthodoxen Juden der Neturei Karta - Konfession auf einer gemeinsamen größeren Demonstration mit Muslims, Briten und vielen anderen am 11. Januar 2009 auf dem Trafalger Square in London.
Teilweise Ansprache eines Rabbi auf jiddisch (deutschsprachigen Menschen gut verständlich - leider wurde die jiddische Kultur bei uns durch die NS-Zeit fast völlig vernichtet).
  • Die wahren Terroristen sind die Zionisten, nicht die Muslims
  • Juden leben im Iran sicherer als in Israel
  • Juden und Muslims lebten friedlich und in Harmonie in Plästina
  • Der Zionismus ist der größte Feind der Juden
  • Judentum muss bleiben - der Zionismus muss gehen
  • Wer sind alle Hamas
  • Wir sind alle Palästinenser
  • Wir sind alle Menschen
Rabbi Greenbaum verbrennt symbolisch seinen israelischen Pass.
Die sehr mit der Sache Palästinas verbundenen Juden von Neturei Karta erfreuen sich des besonderen Hasses der Zionisten. Sie leben in kleinen Gemeinschaften international nicht nur in USA und Großbritannien, sondern auch in Palästina.
Neturei Karta - Juden in Palästina sind dort teilweise schon seit vielen Generationen ansässig und somit echte jüdische Palästinenser - tatsächlich.
Die folgende Filmaufnahme zeigt Neturei Karta - Demonstranten in Palästina, die von zionistischen Schlägern (privaten Security-Diensten) angegriffen werden.

anderes Video, gleiches Ereignis:

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Am 7.1.2009 erschien in Yahoo-news eine Meldung über eine Neturei-Karta-Demo in Mea Shearim / Jerusalem.

URL von Neturei Karta
Zionisten, die verständlicherweise die Juden von Neturei Karta glühend hassen, bezeichnen diese gern mit Schimpfworten, wie man sie eigentlich schon immer gegen Juden (von traditionell antisemitischer Seite) verwendet hat ("stinkende Ziegenböcke" etc. hab ich schon gelesen), womit alles letztlich sogar im Lot ist, denn - wie die Neturei Karta - Rabbis sagen - Judentum und Zionismus sind eben unvereinbar.
Zwar ist NK (noch) nicht die mehrheitliche Strömung unter den orthodoxen Juden, aber durch ihren konsequenten Antifaschismus und Antizionismus der lebende Beweis, dass der Zionismus seine "jüdische" Identität nur gestohlen und konstruiert hat.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Delegitimation des zionistisch-israelischen Rassismus

Wer wäre in unseren "aufgeklärten Zeiten" nicht gegen Rassismus? Das mögen sich manche naiven Gemüter denken.
Doch Rassismus ist kein Thema, das etwa mit der Niederlage der amerikanischen Südstaaten 1865, der Niederlage des "Dritten Reichs" 1945 oder den Teilerfolgen der schwarzen Bürgerrechtsbewegungen in den USA "erledigt" wäre.
Der Zentralrat der Juden, der behauptet, im Namen "aller Juden" zu sprechen, verkündete durch den Mund von Charlotte Knobloch folgendes:
Meine Damen und Herren,
die Freunde Israels wissen, dass das jüdische Volk seit 4.000 Jahren durchgehend im Nahen Osten lebt.

Seit 4000 Jahren, also seit 2000 vor unserer Zeitrechnung ("nach Christus")? Jedem Historiker und halbwegs geschichtlich gebildeten Menschen ist bewußt, dass das eine absurde Behauptung ist, die durch keine Fakten gedeckt ist. 2000 v. Chr konnte weder in religiöser, noch in "völkischer" Hinsicht von einem "jüdischen Volk" die Rede sein.
Jene, die gegangen sind, haben dies nicht aus freien Stücken getan, sondern weil fremde Mächte sie vertrieben haben.
Als im Jahr 1948 der jüdische Staat gegründet wurde, war dies nicht etwa eine Ungerechtigkeit, sondern die Korrektur eines historischen Fehlers.

Die bekannte Lesart: das in seine Heimat "zurückgekehrte" "jüdische Volk". Zwar verwendet Knobloch intelligenterweise nicht den Begriff "Rasse", doch ihre Argumentation legt die Existenz einer 2000jährigen "Stammesgeschichte" aufgrund von "Blutlinien" und "Vererbung" nahe. Nicht anders haben (durchweg rechtsextreme) Ideologen, die in "Rassen" historische Entitäten sehen wollten und wollen, eine solche "definiert".
Der israelische Historiker Shlomo Sand bringt diese Staatsideologie des Staates Israel, der behauptet, ein Staat des "jüdischen Volkes" zu sein, folgendermaßen auf den Punkt:
Für einen Israeli besteht kein Zweifel, dass das jüdische Volk existiert, seit es auf dem Sinai von Gott die Thora1 empfing und dass er selbst dessen direkter Nachkomme ist. Er glaubt auch, dass sich dieses Volk, aus Ägypten kommend, im "gelobten Land" niederließ, wo das ruhmvolle Königreich Davids und Salomos entstand, das sich später in die Reiche Judäa und Israel teilte. Und er weiß, dass es zweimal vertrieben wurde - im sechsten vorchristlichen Jahrhundert nach der Zerstörung des Ersten Tempels und im Jahr 70 n. Chr., nach der Zerstörung des Zweiten Tempels. Darauf folgten knapp zweitausend Jahre des Umherirrens. So verschlug es das jüdische Volk in den Jemen, nach Marokko, nach Spanien, nach Deutschland, Polen und bis weit nach Russland hinein. Doch es gelang ihm stets, die Blutbande zwischen seinen versprengten Gemeinden zu bewahren. Deshalb blieb seine Einzigartigkeit erhalten. Ende des 19. Jahrhunderts reiften die Bedingungen für seine Rückkehr in die uralte Heimat heran. Ohne den Völkermord der Nazis hätten Millionen Juden nach und nach und in aller Selbstverständlichkeit Eretz Israel (das Heilige Land: die geografische Region Israel) wieder besiedelt, denn davon träumten sie seit zwanzig Jahrhunderten. Unberührt lag Palästina da und wartete auf sein ursprüngliches Volk, auf dass es das Land wieder zum Erblühen brächte. Denn es gehörte ihm, nicht dieser geschichtslosen Minderheit, die der Zufall dorthin verschlagen hatte. Gerecht waren also die Kriege, die das verstreute Volk führte, um sein Land wieder in Besitz zu nehmen; und kriminell war der gewalttätige Widerstand der ansässigen Bevölkerung.
Und der unbeirrbare Historiker Shlomo Sand charakterisiert dieses Bild, das auch nach wie vor unsere Mainstream-Medien beherrscht, folgendermaßen:
Diese Deutung der jüdischen Geschichte ist das Werk versierter Vergangenheitskonstrukteure, deren blühende Fantasie seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Versatzstücken der jüdisch-christlichen Religionsgeschichte eine ununterbrochene Stammesgeschichte für das jüdische Volk erfand.
Erfand?
Kann man die Bibel als Geschichtsbuch lesen?
fragt Shlomo Sand und beantwortet diese Frage:
Die ersten jüdischen Historiker der Neuzeit wie Isaak Markus Jost (1793-1860) und Leopold Zunz (1794-1886) hätten diese Frage mit Nein beantwortet. In ihren Augen war das Alte Testament ein theologisches Werk. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden sich Historiker (insbesondere Heinrich Graetz, 1817-1891), die eine "nationale" Lesart der Bibel entwickelten: Abrahams Aufbruch nach Kanaan, den Auszug aus Ägypten, das vereinigte Königreich Davids und Salomos stellten sie als Berichte über eine wahre nationale Vergangenheit dar.

Die Frage ist in der Tat: was ist denn historisch wirklich wahr an diesen Geschichten, die auch in unseren Schulen im Religionsunterricht gelehrt werden?
Die zionistischen Historiker beten seither diese "biblischen Wahrheiten" nach, die zum täglichen Brot im israelischen Bildungs- und Schulwesen gehören.
Shlomo Sand fährt fort:
In den 1980er-Jahren erschütterte ein Erdbeben die Gründungsmythen: Nach neueren archäologischen Erkenntnissen kann im 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gar kein großer Exodus stattgefunden haben. Auch konnte Moses die Hebräer nicht aus Ägypten heraus- und ins "gelobte Land" führen - einfach weil dieses sich damals in den Händen der Ägypter befand.
Auch mittelmäßig gebildete historische Laien wissen, dass allenfalls die sogenannte "Hyksos" - Fremdherrschaft in Ägypten zu der Moses - Geschichte passen könnte.
Es wurden vielfach Spekulationen darüber angestellt, dass die Erinnerung an die Vertreibung der Hyksos aus Ägypten nach Kanaan den biblischen Mythos vom Auszug aus Ägypten beeinflusst hat.
(wikipedia)
Die Hyksos stellten allerdings ein buntes Völkergemisch aus semitischen, churritischen und amuritischen dar. Als "Herren der Fremdländer" errichteten sie eine etwa 100jährige Fremdherrschaft über Ägypten, ehe sie gestürzt wurden. Nur ein (prorömischer) jüdischer Historiker, Flavius Josephus, behauptete über 1500 Jahre später einen Zusammenhang mit den Stämmen Israels, wohl um die Moses - Legende zu stützen.
Weiter Shlomo Sand:
Darüber hinaus findet sich nirgends ein Hinweis auf einen Sklavenaufstand im Reich der Pharaonen noch auf eine rasche Eroberung des Landes Kanaan durch irgendwelche Eindringlinge.
Auch andere biblische Mythen haben vor der Geschichtsforschung keinen Bestand, so Shlomo Sand weiter:
Vom prachtvollen Königreich Davids und Salomos gibt es keine Überreste. Die Entdeckungen des vergangenen Jahrzehnts zeigen, dass damals zwei kleine Reiche existierten: das mächtigere Israel im Norden und der Zwergstaat Judäa im Süden. Dessen Bewohner, die Judäer, wurden jedoch nicht im sechsten vorchristlichen Jahrhundert vertrieben: Nur die geistigen und politischen Eliten mussten sich in Babylon niederlassen, wo sie die persischen Kulte kennenlernten - und aus dieser folgenreichen Begegnung entwickelte sich der jüdische Monotheismus.
In dieser Zeit entwickelte sich in Persien die monotheistische Zarathustra - Religion, die die deportierten Eliten aus Palästina zweifellos beindruckte.
Auch die Vertreibung der Juden aus dem "heiligen Land" nach dem Barkochba - Aufstand ist nach Shlomo Sand ein Mythos:
Aber wie steht es mit der Vertreibung des Jahres 70 unserer Zeitrechnung; hat sie tatsächlich stattgefunden? Erstaunlicherweise hat sich die Forschung mit diesem wichtigen identitätsstiftenden Ereignis noch nie beschäftigt, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Die Römer haben an der gesamten Ostküste des Mittelmeers nie ein Volk ins Exil geschickt. Mit Ausnahme der versklavten Gefangenen lebten die Judäer auch nach der Zerstörung des Zweiten Tempels auf ihrem Land.
Kenner historischer Fakten wissen beispielsweise auch, dass der legendäre Kaiser Julian (Apostata), der ein scharfer Gegner des jungen Christentums war, die jüdische Religion als Gegengewicht (neben dem von ihm präferierten Heidentum) sehr förderte und den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem mit aus aller Welt herbeigekommenen jüdischen Bauleuten in Angriff nahm. Ein Ansiedlungsverbot von Juden in Jerusalem bestand zu dieser Zeit definitiv nicht mehr (361-363 n. Chr.).
Wenn es aber keine Massenvertreibung nach dem jüdischen Aufstand (70 n. Chr.) gab, sondern nur eine Deportation rebellischer Eliten, wie kam es dann zur Ausbreitung des Judentums?
Woher kommen also die zahlreichen seit der Antike rund um das Mittelmeer ansässigen Juden, wenn es keine Deportation aus dem römisch besetzten Palästina gab? Hinter dem Vorhang der nationalen Geschichtsschreibung verbirgt sich eine erstaunliche historische Realität: Vom Makkabäeraufstand im zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung bis zum Bar-Kochba-Aufstand von 132 bis 135 n. Chr. war das Judentum die erste Bekehrungsreligion.
Belege dafür finden sich auch zahlreich in der biblischen Apostelgeschichte, wo sich eine scharfe Rivalität zwischen den "Urchristen" und "Juden" im gesamten Mittelmeerraum ablesen läßt (ideologische Rechtfertigung später für die Judenfeindlichkeit der römisch-katholischen Kirche).
Shlomo Sand:
Nicht nur die Schriften von Flavius Josephus legen Zeugnis vom Proselyteneifer der Juden ab. Zahlreiche lateinische Schriftsteller, von Horaz bis Seneca, von Juvenal bis Tacitus, äußern eine Furcht vor jüdischer Bekehrung. Mischna und Talmud(3) erlauben den Übertritt - obwohl die Talmudgelehrten angesichts wachsenden Drucks durch das Christentum Vorbehalte äußern.
Mit der konstantinischen Wende zu Beginn des vierten Jahrhunderts, die dazu führte, dass das Christentum im Jahr 380 Staatsreligion wurde, ist die Ausbreitung des Judentums zwar nicht zu Ende, doch wird der jüdische Bekehrungseifer damit an die Ränder des christlichen Kulturraums zurückgedrängt.

Den jüdisch-mosaischen Missionaren gelang es, zahlreiche Populationen zum Übertritt zum Judentum zu bekehren. Shlomo Sand nennt folgende Beispiele:
  • im Gebiet des heutigen Jemen das starke jüdische Königreich Himjar, dessen Nachkommen auch nach dem Sieg des Islam bis in die Neuzeit hinein an ihrem Glauben festhielten.
  • Berberstämme, die im siebten Jahrhundert zum Judentum übertraten: die legendäre jüdische Berberkönigin Dihya al-Kahina
  • Judaisierte Berber beteiligten sich an der Eroberung der iberischen Halbinsel.
  • die jüdisch-muslimische Symbiose, die sich in Spaniens maurischer Kulturgeschichte widerspiegelt.
  • Die Chasaren traten geschlossen zur jüdischen Religion über
  • Die Ausbreitung des Judentums vom Kaukasus bis zur heutigen Ukraine ließ zahlreiche Gemeinden entstehen, die erst die Mongolen im 13. Jahrhundert nach Osteuropa abdrängten.Dort bildeten sie gemeinsam mit den aus den südslawischen Regionen und dem heutigen Deutschland zugewanderten Juden das Fundament der großen jiddischen Kultur.
Shlomo Sand weist darauf hin, dass den Ideologen des Zionismus diese Zusammenhänge wohl bekannt waren, aber aus politischen Gründen unter den Tisch fallen mussten:
Bis in die 1960er-Jahre hinein tauchen diese Fakten noch in der zionistischen Geschichtsschreibung auf. Später werden sie zunehmend an den Rand gedrängt und verschwinden schließlich ganz aus dem öffentlichen Bewusstsein Israels: Im Jahr 1967 konnten die Eroberer der Stadt Davids natürlich nichts anderes sein als direkte Nachfahren seines mythischen Königreichs und nicht etwa, Gott bewahre, die Abkömmlinge von Berberkriegern oder chasarischen Reitern. Seitdem gelten die Juden als ein spezifisches ethnos, das nach zweitausend Jahren Exil und Wanderschaft endlich in seine Hauptstadt Jerusalem zurückgekehrt ist.
Die moderne Variante des "Ahnenpasses" (Ariernachweis) aus dem Dritten Reich
Besonders abstrus sind Versuche der zionistischen Geschichtsfälscher, biologistische "Rassentheorien" zu konstruieren:
Die Verfechter dieser linearen Erzählung mobilisieren nicht nur den Geschichtsunterricht, sondern holen auch die Biologie ins Boot. Seit den Siebzigerjahren setzen "wissenschaftliche" Forschungen alles daran, die genetische Verwandtschaft der Juden aus aller Welt zu beweisen.
Jeder halbwegs gebildete Mensch sollte heutzutage eigentlich wissen, dass "Völker" und "Nationalstaaten" ihre Existenz nicht "rassischen" Blutlinien verdanken, sondern historischen Ereignissen, die zu zahlreichen Völkervermischungen führten. Es sollte auch zum Allgemeingut eines Menschheitswissens gehören, dass die "arische Rasse" der Nationalsozialisten nichts anderes als eine Mystifikation aus politischen Gründen war.
Mit der "jüdischen Rasse" bzw dem "jüdischen Volk" aber, so hätten es die zionistischen Ideologen gerne, soll es sich anders verhalten. Sie finden darin typischerweise lebhafte Zustimmung bei den ideologischen Nachfahren des Hitlerismus (ich verzichte auf die Angabe zahlreicher entsprechender Links).
"Rasse" ist bekanntlich kein biologisch festschreibbarer und definierbarer Begriff, weil die Charakteristika einer "Rasse" stets vollkommen willkürlich festgelegt werden können.
Eine Studie von Zürcher Gen-Analytikern zeigte 2007, dass 10 % aller Deutschen jüdische Vorfahren haben und kommentierte diese Erkenntnis folgendermaßen:
«Hätten wir Genmaterial von Adolf Hitler, könnten wir unter Umständen nachweisen, dass zu seinen Vorfahren auch Juden gehörten», sagt Inma Pazos von Igenea. «Das zeigt, wie absurd Rassismus ist. Denn genetisch gesehen sind wir alle ein Gemisch.»
Abgesehen davon kann keine "Blutsverwandtschaft" irgendeiner Population den Massenmord an einer anderen begründen.
Doch Rassismus hat letztlich immer eine politische Funktion, er entwickelt sich immer dort, wo es für mächtige Interessen nützlich ist. Besonders im Falle des vermeintlich "völkischen" Konfliktes zwischen "Juden"/Israelis und Palästinensern gibt jede Rassenmythologie auch vom "genetischen" Standpunkt nichts her.
Solche Rassentheorien wissenschaftlich zu widerlegen kann sehr gefährlich sein, wie folgender Fall zeigt:
Eine wissenschaftliche Untersuchung, die zeigt, dass orientalische Juden und Palästinenser genetisch gesehen fast identisch sind, wurde aus einer führenden wissenschaftlichen Zeitschrift entfernt. Wissenschaftler, die schon Kopien des Artikels des Human Immunology erhalten haben, wurden gebeten, diese Kopien zu vernichten. Solch eine drastische Art der Selbstzensur ist in der Wissenschaft bis jetzt einmalig und führte zu einer allgemeinen Beunruhigung und zur Befürchtung, wissenschaftliche Ergebnisse die biblische Grundsätze betreffen, könnten unterdrückt werden.
Den Originalartikel im "Guardian" können Sie hier nachlesen.
Der Artikel des spanischen Genforschers Professor Antonia Arnaiz-Villena, von der Universität Complutense in Madrid "The Origin of Palestinians and their Genetic Relatedness with other Mediterranean Populations" (Der Ursprung der Palästinenser und ihre genetische Verwandschaft zu anderen Völkern des Mittelmeeres) enthielt Untersuchungen zu genetischen Varianten innerhalb anderer Bevölkerungsgruppen des Orients, also scheinbar ganz im Sinne gängiger Rassentheorien.
Wie schon frühere Untersuchungen zeigten, kamen die Wissenschaftler auch diesmal zu dem Ergebnis, dass es keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt, dass das jüdische Volk genetisch gesehen sich von den anderen Völkern der Region unterscheidet.
Hier der Link zu einem PDF dieses Aufsatzes.
Damit jedoch stellten die Wissenschaftler implizit die Behauptung der Zionisten in Frage, "die Juden" (wie auch immer verstanden) seien "das auserwählte Volk" und "das Judentum" könne nur vererbt werden.
Die Herausgeberin der Zeitschrift, Nicole Sucio-Foca von der Columbia University in New York, behauptet, der Artikel habe deshalb so für Furore gesorgt, weil er extreme politische Meinungen enthalte, so dass sie ihn schließlich zurücknehmen musste. Der Artikel wurde wieder von der Website des Human Immunology entfernt, und es wurden Briefe an Bibliotheken und Universitäten geschrieben mit der Bitte, den Artikel nicht zu beachten oder noch besser "die entsprechenden Seiten zu entfernen." Arnaiz-Villena wurde als Redakteur gefeuert.
Weitere Quellen zu diesem zeitgenössischen Galilei-Fall siehe hier.
Auch die moderne Genforschung widerlegt also "völkische" (rassistische) Argumentationslinien und stützt sie nicht.
Zumindestens die sephardischen Juden und die Palästinenser sind demnach vom genetischen Standpunkt sehr eng verwandt. Zu dumm.
Mehr noch.
Shlomo Sand wirft gegen die zionistische Rassenideologie die Frage auf:
Sind Palästinenser die echten "Kinder Israels"?
Diese Sachverhalte waren früheren Generationen von Judaisten durchaus bekannt. Sogar führende Zionisten verschwiegen nicht, dass die Palästinenser die Nachkommen der Israeliten seien. Yitzhak Ben-Zvi, später zweiter Präsident der Republik Israel, äußerte 1929: "... die überwältigende Mehrheit der Kleinbauern haben ihren Ursprung nicht bei den arabischen Eroberern, sondern eher, vor diesen, in den jüdischen Bauern, die reich an Zahl waren und die Mehrheit beim Aufbau des Landes stellten." Ähnliches hörte man damals von David Ben Gurion.
siehe auch eine Untersuchung von Arielle Oppenheim von der Hebräischen Universität in Jerusalem:
Die enge Verwandtschaft zur palästinensischen Bevölkerung erklären die Wissenschaftler damit, daß der Großteil der palästinensischen Araber, Christen und Muslime, Nachkommen der jüdischen Bevölkerung im einstigen Palästina seien.
Damit ist die Lebenslüge, die Basisideologie des Staates Israel endgültig ausgehebelt. Doch eine ausgehebelte Lüge ist noch keine ausgehebelte Realität.
Denn es kann ja kein Zweifel daran bestehen, dass die Unterdrückung der Palästinenser und die Herrenmenschenideologie quasi den Rang eines israelischen Verfassungsprinzips hat (eine geschriebene Verfassung israels gibt es bekanntlich nicht). Die "ideologische" Begründung dafür, dass der Staat Israel ein "jüdischer Staat" (religiös oder "rassisch") zu sein habe, mag zwar in jeder Hinsicht wackelig sein, aber die "Basis" ist stabil: es handelt sich um die Interessen der Rüstungs- und "Sicherheits"industrie, die an diesem Konflikt seit Jahrzehnten Unsummen Geld verdient. Der ideologische Überbau dafür muss eben immer wieder konstruiert werden, auch wenn er umfassend wurmstichig ist.
Shlomo Sand:
Sechzig Jahre nach seiner Gründung weigert sich Israel, eine Republik für alle seine Bürger zu sein. Da knapp ein Viertel der Staatsbürger als Nichtjuden gelten, ist dieser Staat dem Geist seiner Gesetze nach nicht der ihre.
Von den staatenlosen Palästinensern in den seit 1967 besetzten Gebieten und in den Flüchtlingslagern in den Nachbarländern ganz zu schweigen.
Es ist kein leichtes Unterfangen, eine neue jüdische Geschichte zu schreiben, denn die Juden sind keine durch einen gemeinsamen Ursprung vereinte, in zweitausendjähriger Wanderschaft über die Welt verstreute Ethnie, sondern haben schon immer, meist durch Konversion, in verschiedenen Gegenden der Welt Religionsgemeinschaften gebildet.
Es ist natürlich immer verführerisch, aufgrund der Zugehörigkeit zu einer konstruierten"Ethnie" sich als Bestandtteil eines "Herrenvolkes" zu fühlen, was für alle "Nationalstaaten" des 19. und 20. Jahrhunderts prägend war.
Für die Entwicklung der Geschichtsschreibung sowie überhaupt für den Prozess der Modernisierung spielt bekanntlich die Erfindung des Nationalstaats eine herausragende Rolle. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts zerplatzten die mit dem Nationalstaat verbundenen Träume. Immer mehr Wissenschaftler analysieren, sezieren, dekonstruieren die großen nationalen Erzählungen und vor allem den von den Chronisten hochgehaltenen gemeinsamen Ursprungsmythos - auf dass an die Stelle der Identitätsalbträume von gestern neue Träume treten können.
Neue Träume braucht die Welt, denn sie ist letztlich "One World".
Rassentheorien, "völkische" Legenden und Mythen vom "auserwählten Volk" gehören auf den Müllhaufen der Geschichte.

Judentum - Geschichte ist Konstruktion

Artikelempfehlung:
Judentum
Geschichte ist Konstruktion.
Von ARNO WIDMANN

Mit Erstaunen stelle ich fest, dass bei einigen Mainstreammedien eine Art Trendwende sich anzudeuten scheint. Jedenfalls hätte ich vor einem Monat nicht zu hoffen gewagt, eine Renzension von Shlomo Sand (der mir schon lange bekannt ist) zu lesen.
Versuchen die Chefetagen durch ein solches "Tauwetter" gründlich verlorenes Vertrauen davongelaufener Leser zurückzugewinnen?

Jedenfalls ein heißes Eisen, das Buch "Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?" von Shlomo Sand. Es führt nämlich jede "völkisch"-rassistische Interpretation des "Nahost-Konfliktes" grundlich, nachhaltig und endgültig adabsurdum.

Deutsche Juden und Jüdinnen sagen NEIN zum Morden der israelischen Armee

Bild anklicken, Link zum PDF:

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Dienstag, 27. Januar 2009

Die Verbrechen des Staates Israel sind nicht Verbrechen "des Judentums"

Eigentlich sollte das eine Binsenweisheit sein, ist es aber nicht. Gerade im Zeichen einer beginnenden weltweiten Boykottkampagne gegen den Staat Israel ist das bei weitem keine Frage bloßer Terminologie.
Es ist eine Frage der grundsätzlichen Haltung zu "völkischen" Interpretationsmustern und Argumentationslinien.
Die Frage ist:
Wer ist verantwortlich für die schweren Verbrechen des Staates Israel im jüngsten Gaza-"Krieg"?
Eigentlich läßt sich die Frage leicht beantworten: diejenigen, die ihn veranlasst haben, diejenigen, die die entscheidenden Befehle und Anweisungen gaben, sowie diejenigen, die diese Befehle und Anweisungen ausführten.
Alle diese Menschen haben Namen und Adresse, auch wenn uns diese Namen und Adressen nur im Ausnahmefall konkret bekannt sind.
Wir dürfen vermuten, dass nicht nur Personen mit israelischer Staatsangehörigkeit zu diesem Personenkreis gehören, denn es deutet vieles darauf hin, dass sowohl Verantwortliche der abgetretenen Bush - Administration als auch der ägyptischen Regierung ihr "OK" zu dem Massaker gegeben haben.
Sachlich rechtfertigt nichts die These, "das Judentum" (ob religiös oder "völkisch"-rassistisch verstanden) trage die Verantwortung für dieses massive Massaker an weitgehend wehrlosen Zivilisten. Dies allein schon aus der Erwägung heraus, dass weder eine Religionszugehörigkeit geschweige denn eine konstruierte "Rassen"-Zugehörigkeit juristische Entitäten darstellen können.
Aber auf der Ebene der politischen Propaganda sieht das alles natürlich ganz anders aus.
Ich spreche hier an dieser Stelle NICHT von politischen Kräften, die sich bekanntermaßen ohnehin rassistischen Mystifikationen hingeben, "traditionellen" rechtsextremen Strömungen, Holocaustleugnern, Hitler - Verehrern.
Die Webseiten solcher Kräfte lassen sich nur durch emsiges Suchen im Internet aufspüren. Nur wenige Menschen werden solchen Thesen zustimmen.
Ich möchte von ganz "normalen" Schlagzeilen der Mainstream - Medien sprechen, zum Beispiel rp-online:
Zentralrat der Juden beklagt wachsenden Antisemitismus
Dort heißt es:
Der Zentralrat der Juden beklagt einen wachsenden Antisemitismus in Deutschland. "Es gibt eine fortschreitend um sich greifende Feindschaft gegen Juden, mehr und mehr auch in der Mitte der Gesellschaft", sagte Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats, in einem Interview.
Als Beleg wird angeführt, dass "während des Gaza-Krieges die Zahl der Hass-Mails an den Zentralrat um 40 Prozent auf 200 bis 300 pro Woche zugenommen hat."
Über den Inhalt dieser Hass-Mails - angenommen die Aussage stimmt - wird nichts ausgesagt. Der "Zentralrat der Juden", das muss erwähnt werden, hat das Gaza - Massaker des israelischen Staates vehement begrüßt und gerechtfertigt.
Geschickt wird in der Erklärung "durch Weglassen" gelogen:
Der Raketenterror der Hamas muss ein Ende haben. 170 Raketen und Granaten in 7 Tagen und mehr als 10.000 in acht Jahren.
Weggelassen: der wiederholte Bruch des Waffenstillstandes durch Israel, auch am 27.12.2009.
Nicht nur ich bezweifle, dass dieser "Zentralrat" dabei im Namen aller Juden gesprochen hat. Dass der "Zentralrat" wegen seiner Befürwortung dieses "Krieges" wütende Mails bekommen hat, ist durchaus glaubhaft. Aber ob alle diese Mails "antisemitisch" im Sinne von judenfeindlich gewesen ist, erfahren wir natürlich nicht. Wir sollen das aber wohl das glauben: es ist "antisemitisch", sich gegen Krieg und Kindermassaker auszusprechen.
Doch es kommt noch dicker:
Zudem sei am vergangenen Mittwoch in der ARD-Talkshow "Hart aber Fair", in der heftig über den Gaza-Krieg debattiert wurde, "eine Hetzjagd auf Michel Friedman" veranstaltet worden. Der frühere Bundesozialminister Norbert Blüm (CDU) und weitere Teilnehmer hatten Friedman, der das israelische Vorgehen gegen die Terroristen der Hamas verteidigt habe, hart attackiert.
Das als Beispiel für "Antisemitismus".
Wie lautet die Überschrift über meinen Artikel?
Die Verbrechen des Staates Israel sind nicht Verbrechen "des Judentums"
Der Zentralrat der Juden behauptet aus meiner Sicht das glatte Gegenteil. Michel Friedmann - rein als Person sicherlich völlig indiskutabel - hat "das israelische Vorgehen gegen die Terroristen verteidigt". Unter den "Terroristen" waren bekanntlich hunderte von Kindern. Das zu "attackieren" ist nach Lesart dieser Figuren "Antisemitismus". Sie erklären die Schwerstverbrechen des israelischen Staates also für Taten "des Judentums".
Das ist nach meiner Meinung abscheulich und Antisemitismus in reinster Form. Und das von Leuten, die sehr schnell dabei sind, israelkritische jüdischstämmige Menschen als "antisemitische Juden", die "sich selbst hassen" zu bezeichnen.
Selbst wenn man das biblische Gleichnis von den "zehn Gerechten" (so Lot vor der Vernichtung von Sodom und Gomorra) anwenden würde, so wird die Zahl der "zehn Gerechten" vielzehntausendfach durch jüdische und jüdischstämmige Menschen übertroffen, die überall auf der Welt gegen den permanenten Krieg des Staates Israel und gegen die Apartheid aufstehen.
Der Mut, die Unbeirrbarkeit und die Aufrichtigkeit von Menschen wie Uri Avnery, Ilan Pappe, Amira Hass, Gideon Levy, Mordechai Vanunu usw. usw. ist zu bewundern.
Was der "Zentralrat der Juden" dagegen macht, ist nichts anderes, als die weltweite jüdische Bevölkerung (egal ob religiös oder "völkisch"-rassistisch verstanden) in ideologische Geiselhaft zu nehmen.
Vorgeblich im Namen aller Juden sprechend erklären sie - das geht meines erachtens aus ihren Deklarationen hervor - die Verbrechen des israelischen Staates direkt und indirekt für im Interesse und im Namen "des Judentums" geschehen.
Das ist kein Zufall, das ist Kalkül. Ich glaube nicht an eine Leichtfertigkeit dieser Leute. Dahinter steckt ein Plan und ein Ziel.
Es nützt nämlich den Interessen von Öl- wie Kriegsindustrie, wenn sich als Schatten und Gegenstück zum rassistischen Zionismus ein ebenso rassistischer Antisemitismus entwickelt.
Die Urheber solcher Konzepte, die "Think Tanks" des "Kampfes der Kulturen", denken selbst nicht in solchen Mystifikationen, es dürfte sich um Pragmatiker handeln, die die Rassismen benutzen, wie es ihnen nützlich ist.
Der abgetretene Präsident der USA, George W. Bush, ist selbst das beste Beispiel dafür. Seine Sippe verdankte ihren Aufstieg den guten Diensten, den sein Großvater Prescott Bush der us-amerikanischen Großindustrie als Bankier mit der Finanzierung der NSDAP und der Wiederaufrüstung der deutschen Wehrmacht leistete. Antisemitismus (im Sinne von Judenfeindlichkeit) war die Trumpfkarte der us- amerikanischen "Elite" im Kampf gegen die Arbeiterbewegung und im Kampf gegen die Sowjetunion.
Doch diese "Eliten" waren problemlos in der Lage, einen Rassismus gegen den "entgegengesetzten" auszutauschen, übergangslos und vollkommen ohne jedes Schamgefühl.
Von daher darf angenommen werden, dass auch ein "echter" Antisemitismus, welcher "das Judentum" verantwortlich macht für die Verbrechen des von der US-Kriegsindustrie ausgehaltenen Terrorstaat Israel, diesen erlauchten Kreisen nützlich sein kann und soll.
Schon heute werden von dubiosen Quellen in den USA "die Juden" für 911 und die damit begründeten Kriege der USA in Afghanistan und Irak verantwortlich gemacht.
Offenkundig ist der echte Antisemitismus (im Sinne von klassischer Judenfeindlichkeit) ein As im Ärmel der us- amerikanischen Eliten.
Entsprechend muss die "öffentliche Meinung" - auch in Europa - entsprechend "günstig disponiert" werden. Der "Zentralrat der Juden" ist aus meiner Sicht ein williger Helfer dabei.
Rassismus (auch in seinen diversen "völkischen" Varianten) ist Gift für eine Menschheit der Zukunft, und er muss in allen seinen Erscheinungsformen bekämpft werden.
Die Verantwortlichen für Massaker haben allesamt Namen und Adressen, niemandem von ihnen darf erlaubt werden, sich hinter "völkischen" Identitäten zu verstecken.
Und das Ende von Systemen, die sich durch "völkische" Massaker am Leben erhalten, kann nur durch eine weltweite Bewegung von Menschen erreicht werden, die völlig frei ist von jeder Art "völkischer" Denke.

Wann und wie das jüdische Volk erfunden wurde

gefunden bei "Kommunisten-Online"

Interview mit dem Historiker Professor Shlomo Sand (Israel)

„Wann und wie das jüdische Volk erfunden wurde“ - eine Auseinandersetzung mit zionistischen Mythen

von: Eugenio Garcia Gascon, Tel Aviv

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Quelle: Publico.es in: Tribuna Popular (Zeitung der PCV-Venezuela)

Shlomo Sand, Professor für Europäische Geschichte an der Universität Tel Aviv, publizierte in Israel „Wann und wie das jüdische Volk erfunden wurde“. In diesem Buch stellt er einige Grundsätzlichkeiten der offiziellen zionistischen Geschichtsdarstellung in Frage.

Das Buch war vier Wochen lang auf der Liste der meistverkauften Bücher in Israel. Dies ist etwas, was Sand nicht versteht. Andererseits musste er draufzahlen, indem er anonyme Drohungen und Belästigungen erhielt, in denen er als „kelev“, „natzi“, „masria“ (Hund, Nazi, Abtrünniger) und anderes Unschönes beschimpft wurde. Dennoch kümmert ihn dies scheinbar nicht sonderlich. Das Buch enthält zwei Thesen, die in der Vergangenheit einen gewissen Ruf auch unter zionistischen Geschichtswissenschaftlern hatten. Aber heute sind sie archiviert worden:
  • dass die gegenwärtigen Juden aus fernen Völkern abstammen, sich fernab Palästinas zum Judentum konvertiert haben, und somit nicht von den einstigen Juden abstammen.
  • Und dass die arabischen Palästinenser die einzigen Menschen sind, die von den einstigen Juden abstammen.
Eugenio Garcia Gascon EGG: Auszusprechen, dass das jüdische Volk eine Erfindung des 19. Jahrhunderts ist, scheint eine Provokation zu sein.

Shlomo Sand SHS: Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts entstand der Nationalismus. Und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Idee des jüdischen Nationalismus zementiert. Die Franzosen wussten, dass ihr Volk seit den Galliern existierte. Die Deutschen wussten, dass ihr Volk seit den Teutonen existierte. Und die Juden begannen zu denken, dass sie ein Volk seit dem zweiten Tempel waren.

EGG: Und nach Ihrer Meinung ist das nicht richtig.

SHS: Ich vertrete, dass dies eine „Erfindung“ ist. Gleichfalls glaube ich nicht, dass es vor 250 Jahren ein französisches Volk gab. Die Mehrheit, die im französischen Königreich lebte, wusste gar nicht, dass sie Franzosen waren. Sogar in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wussten sie es noch nicht.

Dennoch haben die Juden immer eine Identität gehabt.

Ich glaube nicht, dass es bis vor kurzem ein jüdisches Volk gegeben hat. Ich würde Ihnen sogar sagen, dass ich nicht einmal denke, dass es heute ein jüdisches Volk gibt.

EGG: Warum?

SHS: Die Bibel ist kein Geschichtsbuch. Sie ist ein Buch der Theologie. Es waren die Protestanten und später die Juden, die aus der Bibel ein Geschichtsbuch machten.

EGG: Das jüdische Volk ist eine christliche Erfindung?

SHS: Genauso ist es. Nehmen wir mal als Beispiel die sogenannte jüdische Vertreibung. Die Vertreibung gab es nie. Als die Römer den Tempel im Jahr 70 der christlichen Ära zerstörten, da vertrieben sie die Juden nicht mit Gewalt. Die Römer vertrieben niemals Völkerschaften. Dies taten jedoch die Syrer und die Babylonier mit einigen Eliten.

EGG: Wann begann denn diese Version der Geschichte?

SHS: Die zionistische Geschichte griff einen christlichen Mythos des Märtyrers Justino auf, welcher als erster im 3. Jahrhundert sagte, dass Gott die Juden mit der Vertreibung bestrafte, weil sie Jesus nicht akzeptierten. Da wird erstmals bestätigt, dass die Juden vertrieben wurden.

EGG: Ja, aber, es gab keine Deportation ...

SHS: Richtig ist, dass die Römer den Juden nicht erlaubten, dass sie in Jerusalem lebten. Aber die Christen brachten die Phantasie hervor, dass ihnen nicht erlaubt worden war, in ganz Judäa zu leben. Die Wurzel des Mythos von der jüdischen Vertreibung ist christlich. Es gab niemals eine Vertreibung. Es gibt kein wissenschaftliches Buch, welches von Vertreibung spricht. Auf den Geldscheinen von 50 Schekeln wird gesagt, dass Titus die Juden vertrieben hatte. Aber dies ist ein Mythos.

EGG: Dies steht dem gegenüber, was gemeinhin gesagt wird.

SHS: So ist es. Obwohl es jetzt Historiker gibt, die sagen „Gut, es gab keine Vertreibung, aber es gab Abwanderung“. Richtig ist, dass mit den Griechen und den Phöniziern die Juden durch den Mittelmeerraum reisten...

EGG: Vielleicht ist das nicht richtig? In Spanien hatte es in jener Epoche schon Juden gegeben.

SHS: Vor Jesus Christus gab es in Palästina zwischen einer halben Million und eine Million Juden. Die überwältigende Mehrheit, 90 Prozent oder vielleicht 95 Prozent waren Bauern. Die Juden waren nicht wie die Phönizier oder die Griechen, sie reisten nicht wie jene über das Meer. Der Anteil jener von ihnen, die abwanderten, ist unendlich klein.

EGG: Auch nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70?

SHS: Auch dann noch. Vor dem Jahre 70 in der Zeit von den Makabäern bis Hadrian erfolgte der Beginn des Zerbröselns des Judentums. Aber aufgepasst: Das Judentum zerbröselte, nicht die Juden! Es ist richtig, dass Kaufleute und Söldner abwanderten. Sie nahmen die monotheistische Idee mit sich. Aber das waren nicht viele. Die Makabäer eroberten Edom und erzwangen mit Gewalt bei dessen Bewohnern, zum Judentum zu konvertieren. Dasselbe passierte in Galilea. Seit dem 2. Jahrhundert vor Christus bis zum 2. Jahrhundert nach Christus war das Judentum der erste bekehrende Monotheismus.

EGG: Ereignete sich dasselbe in der Diaspora?

SHS: Im Mittelmeerraum Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus gab es 4 Millionen Angehörige des jüdischen Glaubens. In jener Bekehrungszeit festigt sich das Judentum im Mittelmeerraum.

EGG: Wollen Sie damit sagen, dass die Mehrheit der Juden des Mittelmeerraumes nicht aus Palästina kamen?

SHS: Ganz genau, die ganz grosse Mehrheit kam nicht aus Palästina. Sie wurden bekehrt. Seit der Epoche von Hadrian im 2. Jahrhundert erfuhr man einen drastischen Fall der Zahl an Juden, weil viele zum Christentum übertraten. Von 4 Millionen jüdischen Gläubigen sank die Zahl auf eine Million.

EGG: Sie konvertierten zum Christentum?

SHS: Und was ich jetzt sagen werde ist auf Spanien bezogen. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts erfolgte der Sieg des Christentums mit Konstantin und vermindert sich die Zahl der Juden. Das Judentum überwiegt vor allem in Palästina, in Babylonien und in Nordafrika. In Nordafrika kämpften im 7. Jahrhundert mit dem Aufkommen des Islam die Juden gegen den Islam. Es gab eine jüdische Berberkönigin, Dahia Kahina, die gegen die Muslime kämpfte. Der arabische Historiker Ibn Jaldun erwähnt, dass es in dem Gebiet sehr volkreiche jüdische Stämme gab. Die Königin Kahina starb im Kampf gegen die Muslime im Jahr 694. Tariq ibn Ziyad, der Eroberer Spaniens im Jahre 711, war Berber. Es gibt viele christliche Zeugnisse, die besagen, dass die Eroberer Juden und Muslime waren. Viele Juden reihten sich in das muslimische Heer ein, denn sie litten sehr unter den visgotischen Königreichen.

EGG: Erst dann kamen die Juden massenhaft nach Spanien?

SHS: Ich habe mich oft gefragt, warum es soviele Juden in Spanien und nicht in Frankreich oder Italien gegeben hatte. Warum hatte es so viele Juden in einem von Palästina geographisch entfernteren Gebiet gegeben? Es ist offensichtlich, dass es einige Söldner und Kaufleute gab, die sich bekehren liessen, wie in Frankreich oder Italien. Aber, warum gibt es so plötzlich soviele Juden in Spanien? Ich glaube, dass die Antwort in der Berbereroberung der Juden und Muslime ganz bestimmt zu suchen ist. Der Eroberer Tariq ibn Ziyad gehörte zum Stamm der Nafusa. Derselbe Stamm, dem die Königin Kahina angehörte. Wenn im Jahre 711 Tariq einen so hohen Posten bekleidete, ist es gut möglich, dass er im Jahre 694 ein Söldner im Judenheer von Kahina war. Es kann nicht anders sein. Mit großer Sicherheit war Tariq ein Jude, der zum Islam konvertierte. Wenn man frühere Zeugnisse liest, dann sieht man, dass die Christen sowohl die Muslime als auch die Juden wegen der Eroberung Spaniens anklagten. Ich glaube, dass deshalb die Zahl der Juden in Spanien sehr stark über der Zahl der Juden in Frankreich oder Italien lag.

EGG: Dann kam also die Mehrheit der spanischen Juden aus den zum Judentum konvertierten Berbern?

SHS: Genauso ist es gewesen. Ich nehme mal ein anderes Beispiel, das der Juden im Jemen. Es gab auch ein jüdisches Königreich im Jemen, 120 Jahre lang, Ende des 5. Jahrhunderts und zu Beginn des 6. Jahrhunderts, als ein Stamm zum Judentum konvertierte.

EGG: Sie erwähnen auch das Königreich der Jasaren, eines Volkes mit Herkunft aus Zentralasien, welches zum Judentum konvertierte.

SHS: Mit den Jasaren geschah exakt dasselbe. Es war das Judentum und nicht die Juden, was sich ausdehnte. Die demographische viel zahlreichere Masse ist die der Jasaren. Es ist kurios, dass der Zionismus die Bedeutung der Jasaren bis 1697 anerkennt, und dies dann keine legitime These mehr ist.

EGG: Von den Jasaren stammen die aschkenazischen Juden Europas ab?

SHS: So ist es. Die Mongolen vertrieben die Jasaren nach Europa. Es kann nicht sein, dass die Juden Polens aus Deutschland kamen. Denn in Deutschland im 12. und 13. Jahrhundert gab es kaum ein paar hundert Juden. Und von daher kann es nicht geschehen, dass über Nacht drei Millionen Juden in Polen sind. Das ist einfach unmöglich. Die Juden Polens und der anderen osteuropäischen Länder können nur von den Jasaren abstammen. Noch 1961 gab es einen angesehenen israelischen Historiker, der bestätigte, dass die Jasaren die Vorgänger der Juden Osteuropas waren. Somit akzeptierte man, dass sie nicht aus Deutschland kamen.

EGG: Ihre Theorie ist es, dass die enorme Mehrheit der Juden von heute nicht aus Palästina kommen, sondern aus anderen Völkern stammen, die sich zum Judentum konvertierten.

SHS: Genaus ist es. Aber es gibt eine weitere wichtige Frage. Wenn es denn keine Vertreibung in Palästina gab, wenn die Römer die Juden nicht vertrieben, - was geschah mit den Juden Palästinas? Es gibt viele israelische Historiker, darunter Yitzhak ben Zvi, den zweiten Präsidenten von Israel, oder David ben Gurion, die bis 1929 bestätigen, dass die arabischen Palästinenser die wahren Abstammenden der Juden sind. Diese These der meisten Zionisten wurde 1929 begraben. Noch 1918 schrieben Ben Zvi und Ben Gurion zusammen ein Buch, wo bestätigt wird, dass die Palästinenser die authentischen Abstammenden der Juden sind. Trotzdem, so etwas heute zu sagen, ist ein Skandal!

EGG: Der Zionismus akzeptiert das nicht.

SHS: Man muss verstehen, dass es zwei Versionen des Nationalismus gibt: eine vom Fluss Rhein nach Westen, und eine andere vom Fluss Rhein nach Osten. In allen Teilen beginnt der Nationalismus mit einem ethnozentrischen rassistischen Phänomen. Aber im Westen mündet er in eine zivile politische Bewegung. Demgegenüber überwiegt im Osten sein ethnozentrisches Wesen. In beiden Teilen gibt es Rassismus. In Frankreich bist du Franzose, wenn du die französische Staatsangehörigkeit hast, dank der republikanischen Werte. Aber in Deutschland, selbst wenn du die Staatsangehörigkeit hast, bist du nicht unbedingt Deutscher. In Polen, seit 1919, wenn du nichtkatholisch bist, dann bist du auch kein Pole. Der Zionismus wurde zwischen Deutschland und Polen geboren. Und deshalb erhielt er eine halb deutsche und halb polnische Form.

EGG: Aber ein Jude ist das Kind einer jüdischen Mutter.

SHS: Ja, nach dem religiösen Gesetz. Aber für den Zionismus ist das Judentum Volk und Nation. Man kann nicht eintreten und ebensowenig austreten. Nur eintreten kann man, wenn du dich religiös konvertierst. Der Zionismus war nicht religiös. Aber er benutzte die Religion. Denn er verfügte nicht über andere Mittel, um das Judentum einzugrenzen. Meine These ist, dass der Zionismus die ethnisch-religiösen Komponenten der Polen mit den ethnisch-biologischen der Deutschen zusammenbrachte und damit eine Art in sich abgeschlossenen Nationalismus schuf, der weder politisch noch zivil ist, wie es die westlichen Nationalismen sind.

EGG: Und was sind Ihre Prognosen für die Zukunft?

SHS: Heute bewahrt der Zionismus sein ethnisch-religiöses Wesen. Und ich glaube, dass dies den Staat Israel zerstören wird.

EGG: Warum?

SHS: Der Staat Israel sagt, dass er der Staat des jüdischen Volkes ist, und dass er ein demokratischer und jüdischer Staat ist. Und dies ist eine Quadratur des Kreises, ein Widerspruch. Ein demokratischer Staat gehört allen seinen Bürgern. Ein Viertel der Bürger Israels sind nicht jüdisch. Aber der Staat sagt, dass er allein den Juden gehört. Es gibt Gesetze, die sagen, dass der Staat jüdisch ist. Und dass der Staat nicht Anderen offensteht. Der Zionismus erkennt die nichtjüdischen „Israelis“ nicht an. Und dies kann so nicht weitergehen. Auch wenn Israel aus den besetzten Gebieten abzieht, wird es keine Ruhe geben. Die Araber leben in einem Staat, der sagt, dass er nicht ihr Staat ist. In dessen Nationalhymne vom „jüdischen Geist“ gesungen wird. Wie lange kann diese Situation andauern?

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Quelle: Publico.es in: Tribuna Popular www.tribuna-popular.org

Freitag, 23. Januar 2009

Ein orthodoxer Jude aus Jerusalem

dessen Großvater schon in dieser Stadt ansässig war:

http://de.youtube.com/watch?v=p2mTgq-jw8M

Donnerstag, 22. Januar 2009

Finkelstein: Israel ist ein "lunatic state"

Wenn die Propagandisten des Massenmordes von "antisemitischen Juden" sprechen, die "sich selbst hassen", meinen sie nicht etwa sich selbst, sondern alle Menschen jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft, die es wagen, den Staat Israel in Frage zu stellen oder selbst zu kritisieren.
Besonderes Hassobjekt dieser Kreise ist Norman Finkelstein, ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler aus Brooklyn, NYC.
Seine Eltern überlebten das Warschauer Ghetto, das Konzentrationslager Majdanek (Mutter) und das Konzentrationslager Auschwitz (Vater) und wanderten nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA aus.
Norman Finkelstein hat sich jetzt auch zum Gaza - Massaker geäußert.
In dem Interview verweist er auf eine Fotokollage auf seiner eigenen Webseite. Dort stellt er historische Bilder aus dem Dritten Reich und dem Nazi - Terror in Osteuropa aktuellen Bildern Palästina gegenüber. Beklemmend.

Nemeticos Politblog

Nemeticos unausrottbarer Politblog seit der Stilllegung auf myblog.de auf Veranlassung von "unbekannter" Seite Dezember 2008, kurz vor Beginn des Gaza - Massakers

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Ich bin von meiner bisherigen Handhabung von Kommentaren in meinem Blog abgewichen. Antisemitische, antijüdische, zionistische, antipalästinenische, antiarabische, antiislamische und sonstige faschistischen und volksverhetzenden Posts werden kommentarlos gelöscht. Sucht euch andere Plätze, ihr Gesindel! Diese Webseite wird sich jederzeit gegen jede "völkische" oder rassistische Interpretationen von Geschehnissen wenden. Verantwortung für Untaten tragen keine abstrakten "Völker", sondern stets konkrete Menschen mit Namen und Adresse. Diese müssen zur Verantwortung gezogen werden! Mit Herrenmenschen - Ideologien wird in diesem Blog nicht mehr diskutiert. Dieser Blog steht zudem stets und unwiderruflich auf Seiten von "Untermenschen" gegen "Herrenmenschen" (wie auch immer sie sich titulieren mögen), und zwar so lange es solche Systeme und Ideologien gibt. Hierbei wird es KEINE "Ausgewogenheit" geben.