Mittwoch, 26. März 2008

'opponent': Lügen über Venezuela

"opponent" lügt. "opponent" ist Disinfo.
"opponent" behauptet, daß "dem ältesten Sender des Landes, RCTV, wegen dessen sozialismuskritischer Berichterstattung von den Behörden die Sendelizenz entzogen" wurde.
DAS IST EINE LÜGE.
Die Hintergründe dieses Falles hatte ich seinerzeit in einem sehr ausführlichen gewürdigt.
hier der Link:
http://politblog.net/nachrichten/2007/05/27/1027-wahrnehmungsmanagement-in-der-praxis-das-beispiel-venezuela/

Sonntag, 16. Dezember 2007

Mythos Ron Paul

Update am 10.01.2008!

Ronald Ernest Paul , kurz "Ron Paul", ist einer der republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Er fiel deswegen positiv ins Auge, weil er - neben den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Kucinich und Gravel - sich für die Beendigung des Irak - Krieges ausgesprochen hat.
Aus mir zunächst nicht verständlichen Gründen erklärte der politblog, für den ich dieses Jahr längere Zeit schrieb, Ron Paul zu seinem Favoriten und begann regelrechten Wahlkampf für ihn zu führen. Die schleichende Entsorgung meiner Person als Autor aus dem politblog, sowie das massenweise Auftreten sogenannter Kapitalismusfetischisten als Supporter für diesen Mann stießen mich mit der Nase auf dieses Thema.
Da im deutschen Sprachraum Ron Paul entweder totgeschwiegen wird (durch die etablierten transatlantisch ausgerichteten Massenmedien) oder aber in peinlicher Weise lobgehuldet (durch die verschiedenen Fraktionen der Kapitalismusfetischisten von "anarcho-libertär" über "paläokonservativ" bis "liberal"), entschloß ich mich zu einer kritischen Untersuchung seines Programms und seiner Ideologie und die seines durchaus heterogenen Lagers.
Ihn außer in seiner Gegnerschaft zum Irak - Krieg für unterstützungswürdig zu halten, ist ein vermeidbarer Fehler, den ich meinen Lesern ersparen möchte.
Hier das Ergebnis meiner Recherche. Da in meinem Blog nemetico.myblog.de die einzelnen Artikel in chronologischer (umgekehrter) Reihenfolge erscheinen, wie es bei einem Blog halt nun mal üblich ist, stelle ich in diesem Artikel hier wegen der besseren Übersichtlichkeit alles im inhaltlichen Zusammenhang und entsprechend des logischen Aufbaus zusammen. Dieser Artikel wird, bis ich mit allen meinen Ron Paul - Artikeln fertig bin, ständig aktualisiert. Gewissermaßen ist das hier also der "Hauptartikel", der auf die einzelnen Unterartikel in nemetico.myblog.de verlinkt.

Mythos Ron Paul. 1.Teil: Boston Tea Party
Eine erste Annäherung an Programm und Ideologie der sogenannten "Ron Paul - Revolution" anhand eines Propagandabildes seiner Supporter. Dieses zeigt eine flotte Segelfregatte, aus der - analog zur sogenannten "Boston Tea Party" 1773 einige Kisten geworfen werden, die nicht etwa Tee, sondern diverses Nicht - Wünschenswertes enthalten:
- Irak - Krieg
- IRS
- Patriot Act
- CIA
- offene Grenzen
- Federal Reserve
- NAFTA
- NAU
- Bush
Ich untersuche, was in den Kisten so drin steckt.
http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5382158/Mythos_Ron_Paul_1_Teil_Boston_Tea_Party

Mythos Ron Paul. 2.Teil Das Wahlprogramm I
Untersuchung des Wahlprogramms von Ron Paul, und zwar sowohl hinsichtlich dessen was drinsteht, als auch dessen, was nicht drin steht.
- Einführung (Ron Paul präsentiert sich als "echter Konservativer", verspricht radikale Steuersenkungen und offenbart sich als "Konstitutionalist")
- Steuern und Schulden (Ron Paul erklärt, daß Steuersenkungen Arbeitsplätze schaffen, die Federal Reserve an allem schuld ist und in der Verfassung genau drinsteht, welche Prioritäten bei der Haushaltsplanung vorzunehmen sind)
- Amerikanische Unabhängigkeit und Souveränität (Ron Paul erklärt, daß internationale Organisationen wie UNO, NAFTA, Internationaler Gerichtshof usw. an der Misere Amerikas schuld sind und ungerechterweise amerikanische Soldaten als Kriegsverbrecher vor Gericht stellen wollen. Außerdem hindern diese Organisationen Amerika daran, das Land vor illegalen Einwanderern (aliens) zu schützen, weswegen die USA sich am besten aus allen zurückziehen sollten).
- Krieg und Außenpolitik (Ron Paul erklärt, daß falsche Informationen und die UNO daran schuld waren, daß die USA in den Irakkrieg verstrickt wurden und fordert, daß Kriege nur mit einer Kriegserklärung des Kongresses geführt werden dürfen).
- Leben und Freiheit (Ron Paul erklärt, daß Freiheit nicht etwa im Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren Körper besteht und nennt das 'Prinzip Leben')
- Der zweite Zusatzartikel (Ron Paul stellt seine Auffassung dar, daß der 2.Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung unverbrüchlich keine Einschränkung des Waffenbesitzes vorsieht, auch nicht für psychisch Kranke, und daß die UNO den Amerikanern eine Waffensteuer aufzwingen will)
http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5384210/Mythos_Ron_Paul_2_Teil_Das_Wahlprogramm_I

Mythos Ron Paul. 3.Teil Das Wahlprogramm II
Weiter im Wahlprogramm von Ron Paul, den schon Ronald Reagan als standhaften Kämpfer fürs Vaterland bezeichnet hatte.
- Sozialversicherung (Ron Paul erklärt, daß die amerikanische Sozialversicherung ohnehin Pleite ist und daran hauptsächlich die illegalen "aliens" schuldig sind. Den heute jungen Arbeitern rät er, ihr Geld am besten in Aktien für die Altersversorgung zu stecken und verspricht ihnen dafür Steuersenkungen).
- Bildung (Ron Paul führt aus, daß Kinder unter die Kontrolle ihrer Eltern gehören und nicht die der Bundesregierung, die sich aus dem Schulwesen gefälligst herauszuhalten habe. Unterbezahlte Lehrer und hohe Schulkosten sollen durch Steuergutschriften bezahlt, das Schulwesen nur noch durch lokale Steuern gedeckt werden, wobei private und religiöse Schulen besonders zu hätscheln sind).
- Grenzschutz und Einwanderungsreform (Ron Paul erläutert, warum illegale Aliens Terroristen sind, die das amerikanische Wohlfahrtswesen ausplündern und überdies noch Flugzeuge entführen. Er fordert die volle Härte des Gesetzes gegen die Illegalen anzuwenden und ruft nach Massendeportationen)
- Privatsphäre und persönliche Freiheit (Ron Paul stellt dar, wie die Privatsphäre der wahren Amerikaner - nicht etwa der illegalen Aliens - durch den Patriot Act gefährdet ist)
- Eigentumsrechte und Enteignung (Ron Paul legt sich ins Zeug für das Eigentum und für von Vertreibung bedrohte Familien, meint damit aber nicht diejenigen, die von der Immobilienkrise bedroht sind, sondern jende, durch deren Ländereien eine Superautobahn der NAFTA gebaut werden soll).
- Gesundheitsfreiheit (Ron Paul legt dar, wie schlimm die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA ist).
- Schule zu Hause (Ron Paul spricht sich für massives Homeschooling aus und gegen jegliche Qualitätsprüfung für deren Lehrer, sowie gegen jeden nationalen Lehrplan. Von Kreationismus und Sexualkundeunterricht spricht er dabei nicht, obwohl es genau darum geht).
- Gesundheitswesen (Ron Paul spricht sich gegen Bundesgesetze in diesem Bereich bzw für deren Abschaffung aus und lobt und verdammt abwechselnd das "sozialistische" kanadische Gesundheitswesen).
- Umwelt (Ron Paul erklärt, dass strengster Schutz des Privateigentums die beste Maßnahme des Umweltschutzes sei, verspricht aber den Betreibern von nachhaltigen Energieerzeugungsanlagen Steuergutschriften).
- Rassismus (Ron Paul stellt dar, daß die Bundesregierung und der Kollektivismus, d.h. Gruppendenken, am Rassismus schuld seien. Überhaupt sei Gruppendenken ganz verderblich und individuelle Freiheit und vor allem Eigentum das einzig wahre).
Außerdem gibt es ein schönes schmuckes Bild von Ron Paul in Uniform zu sehen, sowie das prächtige Emblem der Geheimgesellschaft, in der er Mitglied ist.
http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5385578/_Mythos_Ron_Paul_3_Teil_Das_Wahlprogramm_II

Mythos Ron Paul. 4.Teil: die reine Flamme des Kapitalismus I
Eine Betrachtung der "geistigen Ahnen" und Geistesverwandten des Kandidaten Ron Paul.
- John Locke hielt Rebellion gegen Monarchen für gerechtfertigt, weswegen er als revolutionärer Denker gilt. Da Geld im Unterschied zu anderen Waren nicht verdirbt, ist es auch richtig, unendlichen Reichtum davon aufzuhäufen.
- Adam Smith erfand die "unsichtbare Hand", einen magischen Mechanismus, wonach der Egoismus und die Raffgier einzelner das beste für alle ist.
- Thomas Jefferson war der Meinung, daß die Einzelstaaten der USA jedes Gesetz ablehnen dürfen, wenn es ihnen nicht paßt. Er war zwiespältig in der Frage, ob Afroamerikaner und Indianer der menschlichen Art zugehörig sind oder nicht. Sein Schrifttum ist in mannigfaltiger Hinsicht interpretierbar, worüber die Amerikaner sich auch immer wieder gern streiten.
- John Caldwell Calhoun als Vertreter der sklavenhaltenden Pflanzer der Südstaaten bereitete die geistig-juristischen Wurzeln der Sezession vor.
- Lysander Spooner war Individualanarchist und hielt die Monopole für schlimmer als die kleinen Kapitalisten. Er war der Meinung, daß freie Konkurrenz den Arbeitern nütze (war damit in seinem politischen Lager aber auch sehr umstritten).
- Grover Cleveland repräsentierte als Präsident die Interessen der im Bürgerkrieg geschlagenen Südstaaten und balgte sich mit dem monopolistischen Zuckertrust. Gegen streikende Arbeiter setzte er die Polizei, gegen rebellierende Apachen die Armee ein.
- Robert Taft setzte das gewerkschaftsfeindliche Taft-Hartley-Gesetz durch, sah aber die Sowjetunion nicht als Gefahr an und hielt die NATO für unnütz. Er war, sehr ehrenvoll, gegen den Koreakrieg.
- Ludwig von Mises hielt den Kapitalismus für den Garanten der Freiheit und bewies durch zahlreiche "Denkmodelle", daß der Staat sich aus jeglichen wirtschaftlichen Prozessen heraushalten solle, weswegen ein Sozialstaat ein grundsätzliches Übel sei.
- Friedrich August von Hayek bewies in seinen Denkmodellen, daß Planung grundsätzlich nicht funktionieren könne und Planwirtschaft deswegen schon gar nicht, daß der Nationalsozialismus nur eine Manifestation des Sozialismus sei und hat bis heute zahlreiche Fans in CDU/CSU und FDP.
- Murray Rothbard hält das Recht auf Eigentum für das höchste in diesem Universum, woraus andere Rechte wie Redefreiheit etc sich erst als untergeordnet ableiten. Er fordert eine radikale Entstaatlichung von Verkehrswegen, Schulen, Hochschulen, Polizei, Rechtswesen und Streitkräften, weil nur das gewaltfrei und alles andere gewaltsam ist.
- Ronald Reagan bewies, daß es einer Supermacht möglich ist, auf Völkerrecht und internationale "öffentliche Meinung" zu scheißen und dafür frenetischen Beifall zu erhalten.
http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5387630/Mythos_Ron_Paul_Teil_4_Die_reine_Flamme_des_Kapitalismus_I

Mythos Ron Paul. Teil 5: Die reine Flamme des Kapitalismus II
Da die politische Szene der USA Tummelplatz von verschiedenen, teilweise sehr exotisch wirkenden, bürgerlichen (prokapitalistischen) Strömungen ist, wird hier ein knapper Überblick gegeben über die Strömungen die mehr oder weniger stark die Kandidatur Ron Pauls unterstützen.
- Der Libertarismus ist eine ur-amerikanische "Denkrichtung" und politische Strömung, die eine eigentümliche Kombination aus radikalem Liberalismus und Individual - Anarchismus darstellt. Er unterteilt sich in die Unterströmungen Minarchismus und "Anarcho"kapitalismus. Diese "bürgerlichen Anarchisten" sind teilweise eng verquickt mit der Republikanischen Partei, sind aber insgesamt in viele Fraktionen gespalten. "Anarcho"Kapitalismus ist etwas, was echte Anarchisten keineswegs zu ihrer Strömung gezählt haben wollen.
- Der "Paläokonservativismus" ("Altkonservativismus") entstand als Opposition gegen den "Neokonservativismus" der Bush/Cheney/Rice - Fraktion und ist sehr heterogen. Er tritt für traditionelle Werte ein und klingt in manchen seiner Forderungen fast "linksradikal" (gegen US-Interventionen, gegen Patriot Act etc.). Diese Richtung kämpft aus ihrer Sicht gegen Managerdiktatur und Big Goverment und will zu einem Amerika zurück, wie es in der guten alten Zeit war.
Der Artikel versucht darzustellen, daß die "Ron Paul Revolution" eine Sammlungsbewegung der Rechten ist und diejenigen Teile der kapitalistischen Klasse repräsentiert, die von den "Neocons" politisch und wirtschaftlich an den Rand gedrängt wurden, aber zahlenmäßig durchaus eine Mehrheit des Bürgertums darstellen.

http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5392874/Mythos_Ron_Paul_Teil_5_Die_reine_Flamme_des_Kapitalismus_II

Mythos Ron Paul. Teil 6: Schlußbetrachtung

Der Autor gibt der Tatsache Ausdruck, daß die Betrachtung von programmatischen Hintergründen und geistigen Ahnherren der Ron Paul - Bewegung durchaus Übelkeit in ihm erzeugten und er deswegen zum Schluß kommen möchte.
Ron Paul wird anläßlich dessen Erfolg in Iowa mit dem christlich-konservativen Sozialdemagogen Huckabee verglichen, der immerhin Mitgefühl mit der von Immobilienzwangsverkäufen bedrohten Mittelklasse heuchelt. Ron Paul ist Vertreter einer lupenreinen Kapitalismusideologie, was auch die deklassierten Mittelklassen nicht gern hören.
Der Autor fragt sich, ob er die gesammelten Milchmädchenrechnungen der geistigen Ahnherren Ron Pauls, Mises und Hayek, wirklich kritisch unter er Lupe nehmen sollte, fragt sich aber: wozu?
Sodann werden in diesem Artikel einige interessante Links auf Ron Paul - Supporter genannt, vom Ku Klux Klan über Stormfront, über "Juden für Ron Paul" bis hin zu einem lächerlichen Artikel der CPUSA, die ohnehin - auch auf der amerikanischen Linken - niemand ernst nimmt.
Damit kommt die Schlußbetrachtung zu ihrem Ende, und die Artikelserie ebenfalls.

http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5414534/Mythos_Ron_Paul_Teil_6_Schlu_betrachtung_



Zusätzliche und ergänzende Artikel

Noam Chomsky über Ron Paul
Gewisse Blogger im politischen Delirium waren der Meinung, daß es gar "anarchistisch" wäre, Ron Paul zu verehren und mexikanische Migranten zu hassen.Um so aufsehenerregender, als der weltberühmte Noam Chomsky, von einem Ron Paul - Supporter befragt, so ganz und gar nichts davon hielt, mit Ron Paul in einen Topf geworfen zu werden. Ron Paul - Supporter verbreiteten sogar die Mär, es handle sich bei dieser Stellungnahme um einen Fake oder Hoax. Doch es hilft nichts, Noam Chomsky hat seine Äußerungen über Ron Paul bestätigt. Dessen "libertäre" Vorstellungen bezeichnet Chomsky nämlich als einen "Alptraum".
http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5414306/Noam_Chomsky_uber_Ron_Paul


Luise und Darockwilda auf der Suche nach einem anderen Amerika
Ein Kommentar zu einem Artikel im politblog.
Es geht um fehlendes amerikanisches Wahlkampffieber in Europa, um die Glorifizierung von Gründervätern, um die Tatsache, daß Ron Paul ein würdiger Erbe Ronald Reagans ist und vor allem um "ausgediente Theorien", sowie auch ein wenig um den Stil von Polemik. Es wird weiterhin die Frage betrachtet, ob Ron Paul aus Verzweiflung Marktradikaler geworden ist. Auch beschäftige ich mich mit parteipolitischer Reklame und mit der sich anbahnenden politischen Geisterfahrt des politblog.
http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5389454/Luise_und_Darockwilda_auf_der_Suche_nach_einem_anderen_Amerika

Warum ich nicht mehr für den Politblog schreibe
Mein Abschiedskommentar im politblog.
Aber hier scheint es nur noch darum zu gehen, die (aus meiner Sicht vollkommen irrsinnige) Formel
"Freiheit statt Sozialstaat, Migranten und Irakkrieg"
zu propagieren und jeden Zweifel an dieser Formel in die Kiste "MSM-gesteuert"/ für den MIK etc. zu stecken.
Not my cup of tea (Chomsky).

http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5376002/Warum_ich_nicht_mehr_fur_den_Politblog_schreibe

In eigener Sache: Politblog und der Ron Paul Hype
Ergänzend noch einige Hintergründe des Ron Paul - Hypes.
http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5381702/In_eigener_Sache_Politblog_und_der_Ron_Paul_Hype

Zwischenbemerkung: Ron Paul und die Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruch
Hilfreiche Hinweise des Bloggers Tammox zu Ron Pauls Positionen zum Schwangerschaftsabbruch.
http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5385806/Zwischenbemerkung_Ron_Paul_und_die_Kriminalisierung_des_Schwangerschaftsabbruch

Nette Ron Paul – Videos aus Youtube
Jedes Video auf seine Weise sehr sehenswert.
http://nemetico.myblog.de/nemetico/art/5387174/_Nette_Ron_Paul_8211_Videos_aus_Youtube

Freitag, 14. Dezember 2007

Müssen CDU und CSU verboten werden?

Also dass ich in meinem Blog jemals einen Artikel aus der Welt empfehlen (wirklich! Empfehlen!) würde, hätte ich vor einiger Zeit noch für undenkbar gehalten.
Doch nun passiert es.
Lesen Sie selbst.
http://www.welt.de/satire/article1453660/Muessen_CDU_und_CSU_verboten_werden.html

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Mythos Ron Paul. 1.Teil: Boston Tea Party

Liebe Leser, ich möchte Ihnen im folgenden eine Einführung in Programm und Ideologie der sogenannten Ron-Paul-Revolution geben. Mit eigenen Kommentaren halte ich mich einstweilen noch zurück und mache sie jedenfalls stets als solche kenntlich.

Bilder sagen bekanntlich mehr als 1000 Worte, so auch hier.

Hier ist ein von Ron-Paul-Enthusiasten gerne verbreitetes Propagandabild.



Schauen Sie es sich ruhig an und studieren Sie es aufmerksam, ehe wir uns an die Bildbesprechung machen.

Ich habe dieses Bild ausgewählt, weil es sehr plakativ die Losungen der Ron-Paul-Bewegung auf einige wenige Nenner bringt. Das ist ja auch gut so fürs erste, denn die Betrachtung der Hintergründe wird sehr komplex sein.

Wir sehen also ein Schiff, aus dem verschiedene Kisten ins Meer geworfen werden. Auf der Schiffswandung ist das strahlende Gesicht des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul zu sehen. Das Schiff befindet sich ohne Zweifel auf dem Weg in eine idyllische, wundervolle Zukunft. Naheliegend, dass die abgeworfenen Kisten als Ballast zu betrachten sind, dessen man sich zu entledigen habe. Wenn das Schiff nur diesen Ballast los wird, so darf man sich dazu denken, gibt es kein Hindernis mehr, alles wird gut. Bitte aufgemerkt: hier werden politische Ziele negativ definiert, als Abwesenheit von etwas, nämlich dem Ballast.

Betrachten wir zunächst den historischen Hintergrund dieses Bildes. Es spielt auf das historische Ereignis der „Boston Tea Party“ ein, die ein Vorspiel der amerikanischen Unabhängigkeit war. Boston Tea Party ist die Bezeichnung für einen Akt zivilen Ungehorsams im Hafen der nordamerikanischen Stadt Boston am 16. Dezember 1773. An diesem Tag drangen teilweise symbolisch als Indianer verkleidete Bostoner Bürger in den Hafen ein und warfen Ladungen Tee der englischen East India Trading Company von drei dort vor Anker liegenden Schiffen ins Hafenbecken.
http://de.wikipedia.org/wiki/Boston_Tea_Party
Lesen Sie doch bitte den Wikipedia – Artikel und überzeugen Sie sich davon, welche schreckliche Ungerechtigkeit damals die englische Krone damals den Kolonisten in Nordamerika zufügte. Bitte tun Sie es, lesen macht schlau und erhellt den symbolischen Charakter des Ereignisses.

Nun betrachten wir auf dem Bild die dahinschwimmenden Kisten.

Irak – Krieg
Das ist zunächst eine ganz große Kiste mit der Aufschrift „Irak-Krieg“ im Wasser. Es gibt sicherlich nicht viele Menschen, die diese Kiste nicht gern in den Fluten untergehen sehen. Sie ist symbolisch mit Sicherheit auch der wichtigste Grund dafür, dass Ron Paul so viel Zuspruch gefunden hat, und sicherlich nicht nur innerhalb der traditionell republikanischen Wählerschichten. Gewiß, gewiß (das ist jetzt Kommentar) gereicht Ron Paul die Gegnerschaft gegen den Irak – Krieg zur Ehre.

IRS
Was ist aber in der Kiste mit der Aufschrift „IRS“? IRS steht für Internal Revenue Service und ist so etwas wie das us-amerikanische Finanzamt.
Der Internal Revenue Service (IRS) (etwa Dienst für interne steuerliche Einnahmen) ist die oberste Steuerbehörde der Vereinigten Staaten und ist dem Finanzministerium unterstellt. Sie wurde 1913 in Folge der Verabschiedung des 16. Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung gegründet.
Die Aufgabe der Behörde ist die Erhebung aller Bundessteuern sowie Ermittlungen in Steuerstrafsachen und der Forderungseinzug.
Um diesen 16. Zusatzartikel gibt es eine inneramerikanische Kontroverse.
Der Verfassungszusatz besagt:
Der Kongress hat das Recht, Steuern auf Einkommen beliebiger Herkunft zu legen und einzuziehen, ohne sie proportional auf die einzelnen Staaten aufteilen zu müssen oder an eine Schätzung oder Volkszählung gebunden zu sein.
Einige US-Amerikaner, die Einspruch gegen Einkommensteuern erheben, behaupten, dass der 16. Verfassungszusatz nie richtig ratifiziert wurde. Einsprüche, welche die Frage der Ratifizierung behandeln, führen Faktoren wie Unterschiede in der Kapitalisierung, verschiedene Begrifflichkeiten und die Verwendung unterschiedlicher Interpunktionen in den Gesetzesentwürfen der verschiedenen Bundesstaaten an. Ein anderes ständig angeführtes Argument ist, dass Ohio im Jahr 1913 noch kein amerikanischer Bundesstaat war, weil eine Bekanntmachung des Kongresses erkennen ließ, dass Ohio erst ab 1953 als amerikanischer Bundesstaat geführt wurde (obwohl Ohio seit 1803 Repräsentanten in den Kongress schickte und an Präsidentschaftswahlen teilnahm).
Ein anderes Argument der Kritiker ist, dass der 16. Verfassungszusatz, obwohl er nach gültigen Verfahren ratifiziert wurde, bloß die Rechtmäßigkeit einer Einkommensteuer andeutet, ohne sie explizit zu benennen.
Bundesgerichte haben Berufungen, die sich auf die Nichtratifizierungs-Behauptung stützten, bisher stets abgelehnt.
Wie auch immer.
Daß eine Kiste mit der Aufschrift „IRS“ im Wasser schwimmt, deutet also darauf hin, dass die „Ron Paul Revolution“ – Bewegung das Finanzamt abschaffen will. Zumindestens aber die Einkommenssteuer, die – nach mehreren Anläufen – erst 1913 eingeführt wurde.
Bei der Bekämpfung des Organisierten Verbrechens kam der IRS eine Schlüsselrolle zu; so gelang es 1930 Al Capone und Frank Nitti, Oberhäupter des sogenannten „Chicago Outfit“, zu belangen. Insbesondere Capone, dem nie ein Mord oder Mordauftrag nachgewiesen werden konnte, wurde auf Grund der Nettowertmethode; d.h. die nachweisbaren Kosten der Lebensführung passten nicht zu seinen steuerlichen Erklärungen, letztendlich zu einer Haft von 11 Jahren verurteilt.
In diesem Zusammenhang thematisierte der Regisseur und Aktivist der Libertären Partei Aaron Russo die Diskussion um eine mögliche Verfassungswidrigkeit der Erhebung einer Einkommensteuer bei Privatpersonen in seinem Dokumentarfilm America: From Freedom to Fascism. Von diesem politischen Lager wird die Einkommenssteuer als illegal und illegitim betrachtet. Schließlich halten die radikalen Kritiker aus dem Spektrum des Anarchokapitalismus die Abgaben, die durch Zwang, also durch die Androhung von Gewalt, durchgesetzt werden, prinzipiell für Unrecht und sehen daher jede Steuer als Enteignung oder gar als Diebstahl und Erpressung an.
Halten wir noch fest, dass die Einkommenssteuer im Unterschied zu Verbrauchssteuern oder anderen Steuerarten tendenziell vermögendere Menschen zumindest gefühlt stärker belasten als wenig vermögende oder gar besitzlose.
Dagegen versteht man unter einer Kopfsteuer eine Steuer, bei der jeder Steuerpflichtige den gleichen absoluten Steuerbetrag zahlt - ohne Berücksichtigung persönlicher Verhältnisse wie Einkommen, Vermögen, Familienstand, Leistungsfähigkeit, usw. Befürworter einer Kopfteuer sind der Meinung, sie würde die Wirtschaft begünstigen, da nur mit einem fixen Steuerbetrag wirtschaftliche Aktivität nicht steuerlich bestraft würde.
Von daher ist es im politischen Geschehen traditionell schon so, dass die Einkommenssteuer von den Reichen stets gehasst wird, während die Armen ihr gegenüber gewöhnlich gleichgültig sind und sie der Kopfsteuer stets vorziehen.
Oder sagen wir es platt: Die Kiste „IRS“ im Wasser ist im wesentlich ein Wunsch besonders vermögender US – Bürger.

Patriot Act
Der Patriot Act ist ein amerikanisches Bundesgesetz und wurde am 25. Oktober 2001 vom Kongress im Zuge des Krieges gegen den Terrorismus verabschiedet.
Näheres bitte ich im Internet nachzulesen.

Zwar wird von den Ron Paul – Aktivisten behauptet, Ron Paul hätte gegen den Patriot Act Okt 2001 gestimmt, aber das stimmt nicht. Die einzige Gegenstimme war die des Demokraten Russell Feingold.
Allerdings kam es noch zu mehreren weiteren Abstimmungen über dieses Gesetz, wobei Ron Paul dann tatsächlich zu den wenigen Republikanern gehörte, die dagegen stimmten.
Ich möchte meinerseits kommentieren, dass die Ablehnung des Patriot Acts Ron Paul natürlich zur Ehre gereicht.

CIA
Die CIA ist nicht der einzige Geheimdienst der US – Behörden, aber der bekannteste und wahrscheinlich auch der weltweit verhaßteste.
So ist es natürlich außerordentlich populär, wenn auch eine Kiste mit der Aufschrift CIA im Meer vor dem Ron Paul – Flaggschiff schwimmt. Allerdings ist die CIA explizit der Auslandsnachrichtendienst der Vereinigten Staaten.
Die Liste der Verbrechen der CIA in aller Welt ist sehr lang und sehr düster. Belassen wir es dabei, dass es Ron Paul zur Ehre gereichen würde, die Auflösung dieser mörderischen Organisation sich auf die Fahne geschrieben zu haben.
Aber hat er das auch?
In seinem Wahlprogramm (wovon später) steht jedenfalls keine Silbe davon. Da das Bild, das wir betrachten, nicht von Ron Paul selbst authorisiert wurde, müssen wir die Kiste "CIA" im Wasser wohl zu einem Phantasieprodukt (Wunschdenken) des Malers erklären.

Offene Grenzen
Ooops. Diese Kiste hätten wir ja fast übersehen, dabei schwimmt sie doch so weit vorn. Stirnrunzelnd lesen wir noch einmal die Aufschrift: „Offene Grenzen“. Schwimmt also im Wasser. Muß also weg. Also das Gegenteil, richtig? Und das Gegenteil wäre: geschlossene Grenzen.
Welche Grenzen aber sind hier gemeint? Nun, so viele Grenzen hat die USA gar nicht. Es gibt eigentlich nur zwei: die nach Kanada und die nach Mexiko.
Die Grenze nach Kanada kommt gelegentlich ins Gerede, weil Deserteure der US – Armee sich in Sicherheit bringen, indem sie sie überschreiten. Nach dem 11. September 2001 wurde von beiden Seiten die Sicherheitsüberwachungen entlang der Grenze wesentlich verschärft. Es ist aber eine weitverbreitete Fehlannahme, dass die 19 Terroristen, die in die Anschläge am 11. September 2001 verwickelt waren, über die kanadische Grenze in die Vereinigten Staaten eingereist sind.
http://de.wikipedia.org/wiki/Grenze_zwischen_den_Vereinigten_Staaten_und_Mexiko
Interessanter ist allerdings die Grenze nach Mexiko, die wir uns auch betrachten können.
http://de.wikipedia.org/wiki/Grenze_zwischen_den_Vereinigten_Staaten_und_Mexiko
Illegale Einwanderung in die USA ist ein ständiges Thema in den Grenzgebieten, weswegen die Grenze der Vereinigten Staaten zu Mexiko trotz ihrer geringeren Länge wesentlich stärker bewacht wird als die der USA zu Kanada. Der bestehende Grenzzaun wird auf Beschluss des Senats der Vereinigten Staaten vom Mai 2006 hin endgültig durchgehend gebaut. Der mexikanische Präsident Felipe Calderón von der rechten Partei PAN verglich den Ausbau der Grenzanlagen mit der Berliner Mauer und auch Amnesty International kritisierte den Bau. Die Zahl der Menschen die beim Versuch die Grenze illegal zu überschreiten sterben wird auf 250bis 500 jährlich geschätzt (laut wikipedia)
Der Grenzbereich zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko wird umgangssprachlich und meistens eher abfällig auch als „Tortilla-Vorhang“ bezeichnet.
Die Grenze nach Kanada könnten wir mit sehr viel gutem Willen also schon als eine „offene Grenze“ bezeichnen, die nach Mexiko wohl kaum.
Wenn die Grenze USA – Mexiko eine „offene Grenze“ sein soll, dann dürfen wir uns schon fragen, wie dann erst eine „geschlossene“ wohl aussehen soll, wenn es nach den Ron Paul – Anhängern geht. Klar ist jedenfalls, dass es nicht in erster Linie um die Grenze geht, sondern um das, was als „illegale Migration“ bezeichnet wird.
„Illegale Migration“? Eine etwas merkwürdige Bezeichnung seitens eines Staates, der seine Existenz sogar ausschließlich „illegaler Migration“ verdankt, wenn man die zahllosen Vertragsbrüche der weißen Einwanderer aus Europa gegenüber den amerikanischen Ureinwohnern bedenkt. Und wenn man bedenkt, dass eigentlich der gesamte Südwesten der USA nur durch einen imperialistischen Raubkrieg in die Hände derselben gelangte.

Eigentlich müsste man auch die sogenannte Texas – Revolution dazuzählen.
Verrückterweise waren damals die angelsächsischen Einwanderer in diesem Land zuerst „illegale Migranten“. Ein Ergebnis dieser „Revolution“ war die Einführung der Sklaverei in Texas bis zum Ende des Sezessionskrieges.
Die Verbrechen der korrupten mexikanischen Oligarchie in diesen Ereignissen stehen auf einem anderen Blatt.
Im Zusammenhang mit der „Migrantenfrage“ tauchen bei Anhängern Ron Pauls düstere Stichworte wie „La Raza“, „Reconquista“ und „Plan von San Diego“ auf. Es lohnt sich, über diese Stichworte nachzuforschen.
Wer „La raza“ mit „die Rasse“ übersetzt, liegt nicht so falsch, aber anders als man denkt.
Das Stichwort stammt von dem mexikanischen Revolutionär José Vasconcelos (* 27. Februar 1882 in Oaxaca, † 30. Juni 1959 in Mexiko-Stadt)
Zu den wichtigsten Schriften Vasconcelos gehört La raza cósmica (1925). Hier postuliert er das Entstehen einer einzigen Weltrasse durch Vermischung der bestehenden Rassen. Er unterscheidet dabei vier ursprüngliche menschliche Rassen: Menschen mit weißer, schwarzer, gelber und roter Haut. Diese Rassen vermischen sich nach und nach und formen eine einzige Ethnie: die kosmische Rasse.
Die Gemeinsamkeiten der kosmischen Rasse erstrecken sich dabei nicht nur auf biologische, sondern vor allem auch auf kulturelle Merkmale. Vasconcelos sah lateinamerikanische Mestizen und insbesondere Mexikaner als Vertreter dieser Weltrasse.
Durch dieses Buch bedingt bezeichnen Mexikaner sich selbst gern als „la raza“, wobei das Wort vor allem die Bedeutung von „das gewöhnliche Volk“ hat.
In diesem Zusammenhang kam es 1970 sogar zu einer Parteigründung der RAZA UNIDA PARTY, einer Gruppierung von mexikanischstämmigen Texanern (Tejanos).
Obskurer die Stichworte „Reconquista“ und „Plan von San Diego“.
Nach dem Handbook of Texas History kam es im Zusammenhang mit den Unruhen der mexikanischen Revolution 1915 zur Formulierung eines Textes in San Diego (USA), wo zur Bildung einer „Befreiungsarmee der Rassen und Völker“ aufgerufen wurde, die aus Chicanos (mexikanischstämmigen Amerikanern), Afroamerikanern und japanischen Einwanderern gebildet werden sollte, um die Staaten Texas, New Mexico, Arizona, California, und Colorado von den USA abzuspalten.
In diesem Schriftstück wurde (angeblich) zur Ermordung aller weißen Männer über 17 Jahre aufgerufen. Ein gewisser Basilio Ramos soll ein solches Schriftstück mit sich geführt haben.
Später tauchte der Begriff „Plan von San Diego“ noch einmal in einem anderen Zusammenhang auf. In einem anderen Aufruf von Aktivisten („zweiter Plan von San Diego" ) unter den Chicanos wurde zur Befreiung des Proletariats aufgerufen und die Ausrufung einer „Sozialen Republik Texas“ angedacht, die auch die indianischen Ureinwohner mit umfassen sollte. Dieses Schriftstück wurde von den US – Behörden als bloßes Produkt „revolutionärer Rhetorik“ betrachtet, da es keine damit verbundenen Aktivitäten gab.
Eine dritte Version dieses „Plans“ tauchte auf, als der mexikanische Revolutionär Pancho Villa im Rahmen seines Guerilliakrieges gegen die mexikanische Regierung auch die US – Stadt Columbus angriff. Es wurde eine „Republik von Texas“ propagiert, die Texas, New Mexico, California, Arizona, Teile von Mississippi und Oklahoma umfassen sollte.
Es kam tatsächlich zu Kämpfen zwischen US – Truppen und mit Pancho Villa verbundenen Rebellen.
Vor allem die erste Version dieses „Plans von San Diego“ wurde zum Gegenstand zahlreicher Verschwörungslegenden vor allem seitens rechter (konservativer) amerikanischer Strömungen. Der „Plan von San Diego“ wird angeblich durch illegale Migranten weiterhin durch demographische Mittel verfolgt. So jedenfalls kolportiert es auch Alex Jones auf seinen Webseiten.
Im Anbetracht der historischen Tatsachen, dass der gesamte Südwesten der USA mit kriegerischen Mitteln geraubt worden ist und die Verachtung des konservativen Amerikaners für „La raza“ (mexikanischstämmige Amerikaner und Einwanderer) sprichwörtlich ist, mutet es natürlich seltsam an, wenn die Ron Paul – Leute hier von genozidalen Plänen der Einwanderer sprechen und sich letztlich nur auf ein sehr obskures Schriftstück aus dem Jahr 1915 stützen können. Auch die Anklage, die „La raza“ – Bewegung wolle den Südwesten als eigenen Staat abspalten, hört sich seltsam an seitens einer Bewegung, deren Bestandteil „League of the South“ selbst von einer neuerlichen Abspaltung der Könföderierten Staaten träumt.
Aber solche Verschwörungslegenden sind natürlich bestens geeignet, um die Anhängerschaft auf „Geschlossene Grenzen“ einzuschwören, womit eigentlich nichts anderes als eine entschiedene Migrantenfeindlichkeit seitens der Nachkommen kriegerischer Migranten umschrieben ist.
Als Kommentar möchte ich hinzufügen, dass diese Kiste und ihr Inhalt Ron Paul und seine Bewegung eigentlich für jede Unterstützung gründlich disqualifizieren müsste.

Federal Reserve
Das Federal Reserve, oft auch Federal Reserve oder Fed genannt, ist das Zentralbank-System der Vereinigten Staaten. Es besteht aus dem Board of Governors, zwölf regionalen Federal Reserve Banks und einer Vielzahl von Mitgliedsbanken und anderen Institutionen. Da die Mitgliedsbanken gleichzeitig die Eigentümer der Federal Reserve sind, das Direktorium aber vom Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannt wird, ist das Federal Reserve System teils privat und teils staatlich strukturiert.
Von den Ron Paul – Anhängern wird vor allem die Tatsache, dass es sich bei der FED letztlich um eine Privatbank handelt, besonders angeprangert.
In den USA sind Banken ab einer bestimmten Größe gesetzlich verpflichtet, Mitglied im Fed zu sein. Die Hauptaufgaben der Federal Reserve sind Überwachung und Regulierung des Bankwesens, Umsetzung der Geldpolitik durch Offenmarktgeschäfte, Anpassung des Diskontsatzes und Änderung der Mindestreserve, Aufrechterhaltung eines funktionierenden Zahlungssystems und Überwachung der Geldmenge die täglich hergestellt und zerstört wird (in Zusammenarbeit mit dem Münzamt United States Mint und dem Amt für Prägung und Druck). (alle Informationen aus Wikipedia)
Sattsam bekannt dürfte sein, dass die FED einfach „Geld drucken“ kann, die Verschuldung des US – Staatshaushaltes sowie das Außenhandelsdefizit jegliche Dimensionen sprengt, der Dollar seine dominierende Rolle auf dem Weltmarkt seiner Rolle als Handelswährung für Ölgeschäfte verdankt und das ganze Währungssystem sich weltweit dem Kollaps nähert.
Kaum nachzuvollziehen ist allerdings die These der Ron Paul – Anhänger, dass die Existenz der FED verantwortlich sein soll für alle misslichen Erscheinungen des Weltkapitalismus, und vor allem, was ihre Alternative zu FED sein soll. Eine schlichte Staatsbank, gar noch unter öffentlicher Kontrolle gewählter Regierungsinstanzen widerspräche allen ihren wirtschaftlichen Prinzipien.
Aber das Stichwort FED ist offenkundig gut genug, heftige Aversionen gegen den „Korporationismus“ (= die großen kapitalistischen Konzerne, „Monopole" ) zu wecken und den Eindruck zu erwecken, dass unzählige Probleme sich von allein lösen, wenn die Kiste endlich im Wasser gelandet ist.
Wir werden das Thema FED noch im Zusammenhang mit der Untersuchung des Wahlprogramms näher beleuchten.

NAFTA
Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA, engl. North American Free Trade Agreement) ist ein ausgedehnter Wirtschaftsverbund zwischen Kanada, den USA und Mexiko und bildet eine Freihandelszone im nordamerikanischen Kontinent. Die NAFTA wurde zum 1. Januar 1994 gegründet. Mit Inkrafttreten des Freihandelsabkommens wurden zahlreiche Zölle abgeschafft, viele weitere wurden zeitlich ausgesetzt. Das Abkommen ging aus dem Kanadisch-Amerikanischen Freihandelsabkommen von 1989 hervor, das im Gegensatz zur Europäischen Union keine supranationale Regierungsfunktionen wahrnimmt und dessen Bestimmungen auch keine Vorrangposition gegenüber nationalem Recht einnehmen. Es handelt sich dabei um einen zwischenstaatlichen Vertrag.
Die NAFTA wird seit den ersten Entwürfen dazu kontrovers diskutiert. Internationale Konzerne unterstützten die NAFTA meist in der Annahme, dass niedrigere Zölle ihren Handel steigern. Gewerkschaften in den USA standen der NAFTA schon früh kritisch gegenüber und befürchteten vor allem die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Mexiko. Auch mexikanische Landwirte betrachteten die NAFTA kritisch, weil sie sich durch den offenen Markt einem unfairen Wettbewerb ausgesetzt sehen, bedingt durch die hohen staatlichen Zuschüsse für US-Farmer. Auch soziale und Umweltgruppen fürchten die negativen Auswirkungen des Freihandelsabkommens auf die allgemeine Gesundheit und die Umwelt durch eine Ausdehnung des Handelsvolumens.
(Alle informationen laut wikipedia).
Die scharfe Gegnerschaft der Ron Paul – Anhänger gegen die NAFTA ist mir persönlich ein Rätsel, während ich die Intentionen der amerikanischen Gewerkschaften, der mexikanischen Bauern, der Sozialaktivisten und der Umweltgruppen durchaus nachvollziehen kann. Aber auf diese beziehen sich die Ron Paul – Anhänger gar nicht. Ron Paul nennt unter anderem die ultraliberalen, „libertären“ Wirtschaftstheoretiker Mises und Hayek als seine Vorbilder, und nach deren Prinzipien müsste der Freihandel ja ein Segen für alle Welt sein.
Wir werden auf das Thema zurückkommen, wenn wir das Paulsche Wahlprogramm näher betrachten und untersuchen, was der Grund für seine NAFTA – Feindlichkeit ist.
Könnte es damit zu tun haben, dass Mexiko mit dabei ist?

NAU
Was ist NAU? Das ist gar nicht so leicht herauszufinden, denn es gibt offiziell diese „Nordamerikanische Union“ gar nicht. Aber wenn man googelt, so findet man doch glatt eine Menge Webseiten dazu wie z.B. http://www.stopthenorthamericanunion.com/
“The illegal alien crises is a mechanism for achieving the globalists' NAU goal by creating a de facto erasure of the border” liest man da. Aha. Illegale Aliens, das sind nicht solche aus dem Weltraum, sondern offenkundig “illegale” Migranten, die “de facto” die Grenze “auslöschen” woollen. Welche Grenze? Ah ja: die mexikanisch-amerikanische, jedenfalls geht das aus den netten Fotos hervor, die dieser Seite beigefügt sind.
Auch im englischen Wikipedia werden wir fündig.
Unter dem Stichwort erscheint ein Artikel zur Independent Task Force on North America, ein Projekt von Council on Foreign Relations (CFR U.S.), the Canadian Council of Chief Executives, and the Mexican Council on Foreign Relations. Da das Kürzel CFR auch öfters in den Verfluchungstiraden der Ron Paul – Anhänger auftaucht, lohnt sich auch hier eine nähere Recherche.
Der Council on Foreign Relations (abgekürzt CFR) (deutsch: "Rat für auswärtige Beziehungen" ) der USA ist ein amerikanisches Studienzentrum zu außenpolitischen Themen mit Sitz in New York. Es handelt sich also um ein rein privates Gremium.
Die Gesellschaft wurde 1921 in New York City von Edward Mandell House gegründet. Ihr wird seit ihrer Entstehung eine herausragende Funktion im Formulierungsprozess außenpolitischer Strategien zugesprochen. Eher im Hintergrund und ohne Kontrolle von außen agierend, lehnt der CFR eine ausführliche Publizierung seiner Aktivitäten ab. Ebenso einzigartig ist die Zusammensetzung dieses Clubs, welcher zu Beginn der 20er Jahre von Geschäftsleuten mit dem Ziel des Ausbaus internationaler Geschäftsverbindungen gegründet wurde.
Traditionell stellt die Industrie und Hochfinanz den größten Anteil der Mitglieder mit etwa 30 Prozent, gefolgt zu etwa gleichen Teilen von Mitgliedern, welche für die Regierung tätig sind - u.a. einige US-Präsidenten wie z.B. G.W. Bush, der 1977 Direktor des CFR war - und Akademikern der Elite-Universitäten und -Colleges mit je ca. 20 Prozent. Etwa 10 Prozent umfasst die Fraktion der Journalisten bzw. Personen mit gewichtigen Positionen im Verlags- und Rundfunkwesen. Die restlichen Mitglieder stehen gemeinnützigen Organisationen und Stiftungen vor oder haben Spitzenpositionen in den großen Gewerkschaften inne.
Ein richtig elitärer Club also. Mit den beiden kanadischen und mexikanischen Gegenstücken verhält es sich nicht anders.
Die explizit rechtsgerichtete und antikommunistische John Birch Society vermutet hinter den heimlichen Aktivitäten abwechselnd „den Kommunismus“, Erschaffer einer „neuen Weltordnung“ oder gar der „Illuminaten“.
Mit Sicherheit ist das CFR eine Organisationsform der Plutokratie, der monopolistischen und oligopolistischen Sektoren des internationalen Kapitals.
Jedoch steht nicht CFR auf der ausgeworfenen Kiste der Paulisten, sondern NAU.
Tatsächlich haben Bestrebungen zur Bildung einer Nordamerikanischen Union durchaus eine lange Geschichte. Mitte des 19. Jahrhundert führten in Kanada John Redpath and Louis-Joseph Papineau eine Bewegung zur Fusion mit den USA. Gegen diese Bewegung gab es heftige Opposition. Während des amerikanisch – mexikanischen Krieges 1846-1848 gab es eine US-amerikanische Bewegung, die die Annektion von ganz Mexiko forderten, und nicht nur von California, New Mexico usw. Dies wurde aber abgelehnt, weil ein solcherart fusionierter Staat (der bis Guatemala gereicht hätte), dem mexikanisch-mestizischen Bevölkerungsanteil ein viel zu großes Gewicht gegeben hätte. Das wollten die WASP – Amerikaner nicht (White AngloSaxon Protestant).
Jedoch ist es kein Wunder, dass die Idee keineswegs tot ist. In jüngerer Zeit schlug Robert Pastor vom CFR eine nordamerikanische Union analog zur EG vor und die Schaffung einer neuen Währung namens Amero.
Der konservative Demokrat Paul Cellucci sprach unlängst davon, dass diese Union in einiger Zeit längst existieren würde, ausgenommen namentlich.
Richtig ist allerdings, dass ähnlich wie bei der EG und der sogenannten „europäischen Integration“ die Bevölkerung aller drei Staaten von den Entscheidungsprozessen in dieser Richtung weitgehend ausgeschlossen sind.
Es gibt sicherlich viele Gründe, gegen eine solcherart heimlich durchgezogene Unionsbildung zu sein, das ist ähnlich wie mit der EG. Welche Gründe aber haben die Paulisten?
Wir werden auf diese Frage im Zusammenhang mit dem Wahlprogramm Ron Pauls zurückkommen.

Bush
„Bush“ steht auf der letzten Kiste, und sie ist am weitesten weg und am wenigsten zu sehen. Dazu gibt es auch am wenigsten zu sagen. Die Anhängerschaft Bushs schmilzt bekanntlich dahin, und nun wollen auch Republikaner ihn ins Wasser werfen. Recht so. Kein Einwand. (Das war Kommentar)

Kistenmusterung
Nun haben wir zugegeben ein wenig oberflächlich die äußere Erscheinung der Bewegung studiert, die sich „Ron Paul Revolution“ nennt.
Sind Ihnen auch Assoziationen gekommen, liebe Leser, etwa zur „Front National“ in Frankreich oder zur „Lega Nord“ in Italien? Grämen Sie sich nicht über solche Assoziationen, denn sie drängen sich geradezu auf.
Auch die genannten Strömungen sträuben sich gegen die „europäische Integration“ und machen sich zu Sprechern von „Steuerrebellen“. Auch eine profunde Fremdenfeindlichkeit ist ihnen zu eigen. Auch sie kann man nicht gerade als Repräsentanten der gesellschaftlichen Führungseliten betrachten, sondern eher als radikalisierte Vertreter derjenigen Teile des gehobenen Mittelstandes, die sich als zu kurz gekommen und ausgeschlossen von den Entscheidungsprozessen hoch droben betrachten. Auch FN und die Lega vermögen es, auch „einfache Leute“ durch gewisse Einpunktthemen (wie z. B. Irakkrieg, Patriot Act) in ihren Bannkreis zu ziehen.

Wir werden sehen, welche Ergebnisse eine nähere Analyse des Wahlprogramms von Ron Paul bringt. Und damit bis zum nächsten Teil.

(2.Teil: das Wahlprogramm Ron Pauls, folgt)

In eigener Sache: Politblog und der Ron Paul Hype

Wie einige meiner Leser wissen, schrieb ich einige Monate im politblog. Wer meine Artikel in einer Übersicht haben möchte, findet sie hier.
http://del.icio.us/nemetico/nemetico_in_politblog
Im Sommer diesen Jahres wurden mir allerdings plötzlich die Veröffentlichungsrechte entzogen, was mit organisatorisch-redaktionellen Dingen begründet wurde. Eine gewisse Zeit konnte ich aus beruflichen Gründen auch nur wenig schreiben, meldete mich aber jedenfalls bei pony_huetchen zurück und schrieb auch noch einige Artikel. Im Zusammenhang mit der us-amerikanischen Affäre wegen einer Armenien – Resolution tauchten zudem aber auch noch politische Konflikte auf. So widersprach ich entschieden einer seltsamen Deutung, wonach die kurdisch-nationalistische PKK (Kongra – gel) von US – Geheimdiensten „gelenkt“ sei. Ein von mir selbst verfaßter Artikel zur Kurdenfrage erschien nie, dafür einer von pony_huetchen, den ich in mehreren Kommentaren kritisch zu ergänzen versuchte.
http://politblog.net/nachrichten/2007/10/25/1701-tuerkische-angriffe-im-nordirak-wird-der-brandherd-aus-deutschland-gesteuert/

Damals beschlich mich zum ersten Male das Gefühl, dass der Entzug der Veröffentlichungsrechte etwas mit meinen politischen Positionen zu tun haben könnte. Schließlich hatte ich in meinen Artikeln nie verhehlt, dass ich von demokratischen sozialistischen Grundpositionen ausgehe.
Mit großem Unbehagen verfolgte ich die Tatsache, dass die beiden anderen Autoren des politblog (der Gründer DaRockwilda und Pony_huetchen) im amerikanischen Vorwahlkampf sich auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul eingeschossen hatten.
Das wichtigste Argument dafür war, dass Ron Paul sich konsequent gegen den Irakkrieg ausgesprochen habe (was richtig ist).
Ich bin traditionell bei Wahlempfehlungen ohnehin sehr zurückhaltend, da es leicht passieren kann, dass das Wahlvolk „seine Stimme abgibt und sie nie wieder zurück bekommt“ (ironisch ausgedrückt). Doch die "eigentümliche" Präferenz für den waffennärrischen Ron Paul wunderte mich doch sehr, zumal doch da auch noch zwei demokratische Kandidaten (Kucinich und Gravel) sich als konsequente Kriegsgegner präsentierten.
Da ich wie schon gesagt Wahlempfehlungen von meiner Seite für nicht so wichtig halte (zumal für eine US – Wahl), beachtete ich den Umstand nicht weiter, dass der politblog geradezu sich zu einem Wahlkampfmedium für Ron Paul entwickelte.
Who the hell is Ron Paul, mögen sich auch viele Leser gefragt haben, die vor allem wegen anderer durchaus hervorragender und wertvoller kritischer Artikel den politblog regelmäßig besuchen.
Der politblog bemühte sich auch, der Leserschaft das Gefühl einer oppositionellen Gemeinschaft zu geben und sie in durchaus interessante politische Kampagnen und Aktionen einzubinden.
Leider muß ich auch zugeben, dass ich ein wenig blauäugig war und kaum bemerkte, dass geradezu scharenweise Kommentatoren sich zu Wort meldeten, deren Auffassung mir zunächst als sehr skurril ins Auge fielen.
Beispielsweise:


Ein freier Markt ist das einzig logische und vernünftige System. Er kann aber nur mit einer allgemein anerkannten Moral funktionieren. ….
Ein freier Markt war auch von den Gründungsvätern der USA vorgesehen, die wussten aber, das er nur mit einer Regierung laufen konnte, alles andere hätte zur Anarchie geführt.
Damals war die Regierung im Grunde nur für die militärischen Fragen zuständig. Es gab noch keine Arbeitsämter, Sozialämter, Alterheime, Rentenversicherungen usw.
Es gab kein Sozialsystem in den USA und es gab noch keinen Sozialismus. Es gab keine Einkommenssteuer !
Dies änderte sich aber spätestens, als die Federal Reserve Bank von Amerika geschaffen wurde. Von da an ging es endgültig bergab
, denn ein Staat mit diesem Geldsystem hat kein anderes Schicksal als wachsen, wachsen , wachsen, wie ein Krebsgeschwür, denn er leidet an Leukämie, wenn man das Geld als das Blut der Wirtschaft versteht.
Ich hoffe Ron Paul wird Präsident. Er gibt allen Leuten, die mit dieser Entwicklung unzufrieden sind, eine Stimme. Vielleicht reißt er sogar Europa mit ? Wer weis ?
Daß er vom Etablishment krampfhaft bekämpft wird, ist ein sehr gutes Zeichen!
Hier gab es noch nie so viel Freiheit wie in den Staaten. Es wird Zeit…

Gewiß gibt es viele politische Meinungen, so sagte ich mir, und das Recht auf Meinungsfreiheit ist auch mir fundamental. Als Autor des politblogs suchte ich durchaus die Diskussion sogar mit sehr extremen politischen Positionen und scheute mich auch nicht vor kritischen Dialogen mit sogenannten „Nazis“ – allerdings ohne meine eigenen Positionen aufzugeben.
Ein wenig anders wurde es mir schon, als ich in Videoclips von Ron Paul – Anhängern den politblog als Teil der „Ron Paul Revolution“ aufgelistet fand, und das zu einem Zeitpunkt, als ich selbst noch in der Autorenliste genannt wurde.
http://www.youtube.com/watch?v=07TVBLFroSM
Das machte mich aufmerksam.
Langer Rede kurzer Sinn: ich tauche auf der Autorenliste nicht mehr auf, sie selbst ist längst spurlos verschwunden und meine Kommentare erscheinen nur noch mit viel Glück.
Mitgeteilt wurde mir offiziell gar nichts, ich bin sozusagen stillschweigend „entsorgt“ worden. Nein, von Zensur spreche ich in diesem Rahmen ausdrücklich nicht, schließlich ist der politblog kein staatliches Organ, sondern ein privater Blog.
Daß unterschiedliche politische Positionen unter den Autoren vorhanden waren und sind, erschien mir selbstverständlich. Ich wunderte mich daher doch ein wenig über meine Abservierung.
Als ich aber begann, über Hintergründe und Wurzeln der „Ron Paul Revolution“ zu recherchieren und zu forschen, wunderte ich mich über gar nichts mehr.
Bei dem Hype um Ron Paul handelt es sich nicht nur um einen Hype der beiden politblog – Autoren (DaRockwilda stärker, Pony_huetchen schwächer), es handelt sich offenkundig auch um eine straff organisierte politische Bewegung, die zwar in Deutschland zahlenmäßig sehr schwach ist und hier vor allem im marktradikalen Flügel der FDP zu verorten ist, aber sehr wohl die Kommentarseiten des politblog zu dominieren vermochte.

Nüchtern betrachtet darf man den politblog unterdessen als ein Propagandamedium dieser Bewegung betrachten, jedenfalls sehe ich das so. Grundsätzlich ist da nichts gegen einzuwenden, dass die beiden Autoren sich für diese politische Ausrichtung entschieden haben und andere Ausrichtungen wie die meine ausgrenzen. Im Einzelfalle entwertet das auch nicht unbedingt den Nachrichtengehalt von Artikeln in diesem Blog.
Aber ich konnte feststellen, dass die meisten politblog – Leser von dieser Bewegung und ihren Grundsätzen und Zielen nicht das geringste wissen.
Es herrscht eine Stimmung vor etwa in der Art „Wenn Ron Paul Präsident wird, dann wird alles besser!“.
Die „Libertären“ und „Anarchokapitalisten“, die vor allem die Kampagne von Ron Paul puschen, haben eine erhebliche Umerziehungsarbeit vor sich, denn ein Großteil der politblog – Leser ist antikapitalistisch gestimmt. Daß die „Ron Paul – Revolution“ aber gerade für einen vollendeten Kapitalismus eintritt, für die Abschaffung des Sozialstaates, für die Abschaffung öffentlicher Dienstleistungen, für marktradikale „Lösungen“, die den sogenannten Neoliberalismus noch in den Schatten stellen, davon ahnen die meisten der Leser gar nichts. Auch nicht davon, dass Ron Paul keineswegs ein „9/11-Truther“ ist, und schon gar kein grundsätzlicher Kriegsgegner, und natürlich auch nichts von der Feindseligkeit dieser Bewegung gegenüber Arbeitsmigranten, Homosexuellen, Abtreibungen und jeglichen Minderheitenrechten.

Daher möchte ich in meinen nächsten Artikeln Hintergründe, Programm und Ideologie dieser Bewegung darstellen. Es hilft aus meiner Sicht nichts, entweder diese Bewegung schönzureden oder umgekehrt sie mit relativ nichtssagenden Floskeln wie „rechtsextrem“ oder gar „faschistisch“ zu titulieren.
Mir geht es darum, diese Bewegung, deren Auffassungen in ausdrücklich nicht teile(ausgenommen den sofortigen Abzug der US - Truppen aus dem Irak), zumindest insoweit korrekt darzustellen, dass sich jeder Leser ein eigenes Bild machen kann.

Mit dieser Artikelserie in mehreren Teilen schließe ich meine Tätigkeit für den politblog endgültig ab und werde nach Möglichkeiten suchen, mich in ein vergleichbares Blog – Projekt einzubringen (natürlich eines, das mich politisch akzeptieren kann). Ansatz und Konzeption des politblogs finde ich nämlich nach wie vor bemerkenswert und vorbildlich. Innerhalb eines Jahres schaffte es dieser Blog, mit einer wahrlich sehr dünnen Personaldecke, seine Leserschaft von wenigen hundert auf mehrere tausend pro Tag zu steigern. Diese Tatsache ist auch ein Ausdruck für erwachendes politisches Bewusstsein bei tausenden von Menschen und einem gesunden Misstrauen gegenüber den etablierten und durchaus auf politische Linien eingeschworene Massenmedien.

Insofern war diese Zeit für mich nicht verloren.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Warum ich nicht mehr für den Politblog schreibe

Diesen Kommentar schrieb ich in einem Thread des Politblog zum Thema Ron Paul (republikanischer Präsidentschaftskandidat in den USA)


Es ist eine Sache, die Tatsache zu begrüßen, daß es unter den Kandidaten der Dem und Reps in den USA auch welche gibt, die sich entschieden gegen den Irak - Krieg aussprechen.
Es ist sicherlich auch richtig, die Totschweigestrategie der Massenmedien zu Paul, Kucinich und Gravel anzuprangern.
Aber eine ganz andere Sache ist es, einen dieser Kandidaten geradezu blindwütig zu verherrlichen und eine Art Pseudowahlkampf für ihn zu machen. Und genau das ist geschehen. Obwohl ich ganz und gar nicht die Position von Tammox teile, Clinton als kleineres Übel zu unterstützen (weil sonst die Stimme einfach futsch wäre), hat er einige Dinge gesagt, die zum Nachdenken anregen sollten.
Ich habe mich bisher in diesem Thread sehr zurückgehalten, aber ich bin auch entsetzt über die ausgesprochen polemische und bösartige Weise, in der hier diskutiert wurde (ich drücke mich vorsichtig aus).
Glaubt denn wirklich jemand im Ernst, es ginge hier darum, um Wählerstimmen für die US-Wahl zu kämpfen?

Ich habe unterdessen nach der Herkunft von Stichwörtern wie "la Raza", "Plan of San Diego" und "Reconquista" gefahndet.
Im Ernst, Leute, wenn ihr rassistische Geschichtslegenden nach Art der Protokolle der Weisen von Zion wirklich weiter kolportieren wollt, dann macht nur so weiter.
Und wer sich eine Vorstellung davon machen möchte, was manche Leute unter dem Gegenteil von "Offenen Grenzen" vorstellen, der schaue mal hier nach. Wie sieht dann wohl erst eine "geschlossene Grenze" nach Vorstellung der Paulikaner aus? Auch über das Stichwort NAU wäre einiges zu sagen.
Und was "Migranten" angeht, so scheint es sich dabei in der Vorstellungswelt gewisser Kommentatoren um eine besonders heimtückische Art von Ratten zu handeln (tut mir leid).
Und wer glaubt, daß amerikanische Arbeiter keine anderen Sorgen haben als die Abschaffung der Einkommenssteuer (statt ihrem Reallohn), der soll sich nicht wundern, wenn tatsächlich das MIK - Liebchen Clinton von diesen Arbeitern gewählt wird.
Und wer unbedingt in Ron Paul den Menschheitsretter erblicken will, der soll zuvor vielleicht noch unter den Stichworten "Anarcho - Kapitalismus", "Objektivismus" und "Libertarismus" nachschlagen und sich fragen, ob sie/er das wirklich will. Es handelt sich durchaus um reale politische Strömungen, die erklärtermaßen hinter der Kandidatur Ron Pauls stehen.
Und was diese Waffenfrage angeht, so würden mir im Moment eigentlich nur satirische Äußerungen einfallen, so entsetzt bin ich.
Ich habe mit derartigen Konzeptionen jedenfalls nichts am Hut, schon gar nicht, sie etwa gar verschreckt anzunehmen, weil angeblich sonst der bushistisch/clintonische Weltuntergang droht (Ironie).
Nun, gewiß, es steht ja jedem frei, da Position zu beziehen.
Aber es handelt sich um politische Strömungen, die hier in einer aggressiven (und nicht offenen ) Art und Weise "Wer nicht dafür ist, der ist für Bush/MIK" verfochten werden, die schon nur noch als (demagogischer) Wahlkampf im schlechtesten Sinne bezeichnet werden kann.
Ich für meinen Teil habe der Entwicklung lange (und sehr zögernd) genug zugesehen und möchte mich hiermit als Autor definitiv verabschieden. Ich ging, als ich für den Politblog zu schreiben begann, ganz und gar nicht von einer politischen Stromlinienförmigkeit aus. Verschiedene politische Strömungen und der Diskurs zwischen ihnen muß sein.
Ich bin Sozialist und ich stehe dazu. Ich habe mich stets bemüht, mit Menschen anderer politischer Überzeugungen (sofern es keine bezahlten Trolle sind, die gibt es leider auch) einen Diskurs zu suchen, der es möglich macht, sie ggfs. zu überzeugen oder etwa auch gemeinsame Standpunkte zu entwickeln, und nicht, sie mundtot zu machen.
Aber hier scheint es nur noch darum zu gehen, die (aus meiner Sicht vollkommen irrsinnige) Formel
"Freiheit statt Sozialstaat, Migranten und Irakkrieg"
zu propagieren und jeden Zweifel an dieser Formel in die Kiste "MSM-gesteuert"/ für den MIK etc. zu stecken.
Not my cup of tea (Chomsky).


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Glossar
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La Raza = ursprünglich verächtliche Bezeichnung für die ("fremdrassigen") Latinos / Chicanos, von manchen als Selbstbezeichnung angeommen (so wie sich viele Afroamerikaner selbst als "Nigger" bezeichnen)
MIK = Militärindustrieller Komplex
NAU = "Nordamerikanische Union", angeblich heimtückischer Plan von Bush und anderen, Kanada, USA und Mexiko zu einer Union zusammenzuschließen. Schreckbild für alle US- Bürger, die Angst haben, von "illegalen Migranten" (Latinos) "überfremdet zu werden.
Plan von San Diego = angeblicher Geheimplan "der Latinos" aus dem Jahr 1910, alle angelsächsichen Männer abzuschlachten. Eine Verschwörungslegende von ähnlicher Haltbarkeit wie die Protokolle der Weisen von Zion.
Reconquista = angeblicher Geheimplan "der Latinos", den gesamten Südwesten der USA wieder Mexiko anzuschließen, wohin diese Gebiete ursprünglich (vor 1850) gehören.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

PKK - Dichtung und Wirklichkeit

Dieser Artikel ist ein notwendiger Kommentar auf einen Artikel im Politblog.

Es scheint derzeit wirklich in Mode zu kommen, bei jeder Gelegenheit eine US – amerikanische CIA Verschwörung zu verorten.
Ich wäre nun wirklich der letzte, der bestreiten würde, dass CIA und andere Dienste ihre Finger in jeder Weltgegend zu stecken versuchen. Doch wenn die „PKK“ CIA-gesteuert ist, dann ist es der politblog auch.
Nichts an der grundsätzlichen Konfliktkonstellation im Dreiländereck Irak – Türkei – Iran ist wirklich neu.
Die PKK existiert seit 1978, ihr heutiger Name ist Kongra – Gel.
Auf die repressive türkische Kurdenpolitik im allgemeinen und die PKK im speziellen bin ich bereits in anderen Artikeln eingegangen.
Seit 1993 ist die PKK von einer Forderung nach einem exklusiven Staat Kurdistan abgerückt.
Ihre heutigen politischen Forderungen sind – gemessen etwa an europäischen Parteien wie der schottischen SNP oder auch der Bayernpartei – geradezu harmlos und minimalistisch. Sie vertritt das Konzept des sogenannten „demokratischen Konföderalismus“.

Dieses System soll eine demokratisch-ökologische Zivilgesellschaft im Nahen Osten schaffen, die keine Staatsgründung zum Ziel haben soll, sondern die Abschaffung des Staates und aller Hierarchien. Angestrebt wird dabei nicht eine kurdische Eigenstaatlichkeit und auch keine Konföderation von Teilstaaten, sondern der Aufbau einer Selbstverwaltung durch kommunale Basisorganisierung und ohne die bestehenden Staatsgrenzen anzutasten.
Ausnahmslos alle von „PKK“ ausgerufenen Waffenstillstände (zuletzt 2000 und 2006) wurden von der türkischen Regierung und Armee mit nur noch schärfer Repression beantwortet. Hintergrund: aus Sicht des türkischen Chauvinismus gibt es nämlich keine Kurden, insofern kann es auch keine kurdische Autonomie geben.

Und da die PKK ohnehin als “terroristisch” gilt, erübrigt sich auch jede nähere Betrachtung.

Aber es ist natürlich „politisch korrekter“, davon zu sprechen, dass die PKK für einen „eigenen Staat“ kämpft. Generell: was die PKK anbetrifft, so rate ich dringend, den medialen Suggestionen im Zweifelsfall nicht den geringsten Glauben zu schenken, sondern selbst nachzurecherchieren. Es sind so gut wie alle essentiellen Informationen, auch zur PKK, im Internet verfügbar, nur nicht ausgerechnet in Schlagzeilen und gelehrten Artikeln unserer Leitmedien. Und - leider - auch nicht im politblog.
Schlüssel zu den aktuellen Ereignissen ist letztlich die Frage, ob es überhaupt eine „PKK – Offensive“ gegeben hat. Diese „Kleinigkeit“ wurde – auch vom Politblog – überhaupt nicht überprüft. DIE ZEIT muß es ja schließlich wissen.

Dabei sollte bekannt sein, dass von Seiten der türkischen Regierung eine strenge Pressezensur in Sachen Kurdistan-Krieg besteht.
Unterdessen verbot die türkische Regierung die Ausstrahlung negativer Berichte über den Tod von zwölf türkischen Soldaten bei Kämpfen mit kurdischen Rebellen. Demnach sollen Sendungen unterbleiben, die einen „negativen Einfluss auf die öffentliche Ordnung und Moral“ haben sowie den „Eindruck einer Schwäche der Sicherheitskräfte“ vermitteln könnten. In der Türkei besteht zwar offiziell keine Zensur, die Regierung kann aber einschreiten, wenn sie die nationale Sicherheit in Gefahr sieht.

schrieb sogar der focus, dem man in diesem Punkt sogar glauben darf

Doch wenden wir uns dem politblog - Artikel.

Nun versuchen sie (PKK) nach Jahren eines “Waffenstillstandes” mit Anschlägen auf türkischem Gebiet eine Invasion der Armee in den Nordirak zu provozieren, um dann auch andere Anrainerstaaten zu veranlassen, sich militärisch im Irak einzumischen.

Sagen sogenannte „Analysten“. Wem nicht allein bei diesem Wort schon schlecht wird, dem ist wirklich nicht zu helfen. Gemeint ist - ausgerechnet! - „DIE ZEIT“.

Versuchten im Irak nicht angeblich auch „Al-Qaida“ – „Terroristen“ einen „Bürgerkrieg zu provozieren“? Das Muster ist ja schon gut in der „Öffentlichkeit“ verankert, also kann man es wieder recyceln. Das frisst dann sogar der politblog.
Der zitierte Zeit – Artikel wirkt gelehrt und informiert, ist es aber nicht. Er verbreitet auf der Grundlage einer realen Reportage (modischer journalistischer Guerilliatourismus) transatlantische Suggestionen, und sonst gar nichts.
Von daher ist es auch kein Wunder, dass suggestive Formulierungen wie „Die PKK beantwortete den Beschluss aus Ankara mit der Ankündigung, von nun an Soldaten, Polizisten und Politiker zu ermorden“ auf dem Mist der Zeit gewachsen ist (wurde wortwörtlich in den obigen Artikel übernommen – so geht das also!).
Und die ZEIT hat gut reden, denn die entsprechende PKK – Verlautbarung würde ich mal gern lesen. Sie existiert nämlich nicht. Wo ist denn diese „Ankündigung“ nachzulesen? Etwa in den gleichen Quellen, aus denen die Medien auch Al – Qaida – Verlautbarungen beziehen?
PKK – Verlautbarungen sind , wenn überhaupt, auf deren Webseiten nachzulesen. So dies möglich ist, sollte man das auch tun, ob als Journalist oder als journalistischer Blogger. Es gibt kein Land der Welt, wo Vertreter der Bewegung auch nur wirklich offen sprechen können, außer in entlegenen Gebieten des Nord - Irak. Einer „verbotenen PKK“ kann natürlich alles mögliche in die Schuhe geschoben werden, wenn sie sich gar nicht wirklich äußern darf.
“Das Kalkül der Guerilla könnte aufgehen” schließt die Zeit ihren Artikel.

Ja, was der US – Imperialismus gern als „Kalkül“ sehen würde.

Verfolgt man dagegen die tatsächlichen Verlautbarungen der Kongra – Gel, so ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die HRG pflegt nämlich militärische Vorkommnisse in ganz Kurdistan geradezu akribisch zu protokollieren und sagt sehr genau, ob sie eine Aktion durchgeführt hat oder nicht.

Beispiel:

10 Juni 2006
HPG: Mit der Explosion haben wir nichts zu tun
Hiermit möchten wir bekannt geben, dass wir keine Informationen über die Explosionen am 9. Juni vor einem Hotel im Südosten der Türkei in der Stadt Cizre haben. Bei den Explosionen kam 1 Kind zum Tode und vier Menschen wurden verletzt. Wiederholt haben wir als HPG bekannt gegeben, dass wir aus Prinzip solche Aktionen nicht billigen. Ebenfalls möchten wir erneut unterstreichen, dass wir keine organisierten Bestrebungen diesbezüglich haben. In der letzten Zeit kamen in der Türkei mehrere Explosionen vor. Die dunklen Kreise, die dem türkischen Staat angehörige Banden, wollen mit Explosionen gegen unsere Freiheitsbewegung Provokationen hervorbringen, und wollen solche Aktionen an uns anhängen. Es ist auch bekannt, dass wir keine Aktionen durchführen, die zivile Menschen als Ziel haben. Aus Prinzip lehnen wir es ab, zivilen Menschen Schaden, obgleich in welcher Art, zuzufügen.


Kennt man die Geschichte des Vietnamkrieges, so gibt es nicht, was einem nicht bekannt und vertraut vorkommt.
Auch zur aktuellen Konfliktlage hat die PKK ganz anderes zu sagen. Sie wird nämlich, wenn überhaupt, völlig sinnentstellt zitert (auch vom politblog).

Demnach gab es keine „PKK“ – Offensive, sondern – zum wiederholten Male seit 10 Jahren – türkische Übergriffe auf nordirakische Dörfer. Der eigentliche Guerilliakrieg aber spielt sich seit über 30 Jahren im türkischen Teil Kudistans ab.
Hier nun der Verlauf der Ereignisse nach tatsächlichen HRG – Verlautbarungen, und nicht denen, die die ZEIT halluziniert:

Am 29. September startete die türkische Armee in Gebiet Bilican der Region Çukurca eine Operation. Am Abend gegen 22.30 kam es zwischen unseren Guerillas und der türkischen Armee zu Gefechten. Bei den Gefechten wurden 5 Soldaten getötet, 9 verletzt. Bei den Gefechten sind die Guerilla-Kämpfer Karwan (Mehran Muhammedi) und Şaho Serbest (Necim Selimi) nach einem tapferen Widerstand gefallen.

Am 30. September begann in Gebiet Şehit Remzi eine Operation der türkischen Armee. Gegen Abend um 18.30 haben unsere Guerillas eine Einheit der Armee angegriffen. Bei der Aktion wurden 3 Soldaten getötet, 4 verletzt. Nach der Aktion hat die türkische Armee um 20.30 das Gebiet mit Kobra Hubschraubern massiv bombardiert.

Am 1. Oktober 2007 gibt die HRG als Bilanz für den September an:

Militäroperationen: 63
Zahl der Gefechte: 74
Vergeltungsaktionen der Guerillas: 65
Verluste der türkischen Armee bei Gefechten: 177
Soldaten der türkischen Armee: 167
Offiziere der türkischen Armee: 1
Kontra-Guerillas: 1
JITEM: 7
Dorfschützer: 1
Verwundete: 133
Verwundete türkische Offiziere: 2 (ein Oberstleutnant und ein Offizier)
Verwundete türkische Soldaten: 128
Dorfschützer: 3
Zerstörte Fahrzeuge: 20
Lokomotive: 2
Eisenbahnwagen: 15
Militärfahrzeug: 3
Zahl der gefallenen Guerillas:26

Die türkische Armee hat systematisch mit Kobra Hubschraubern, Obüs und Mörser Granaten (auch chemische Waffen sind eingesetzt.) Die Gebiete von Botan, Erzurum, Garzan und Amed bombardiert. Dabei sind Wälder niedergebrannt.


Diese Bilanz unterscheidet sich wenig von den Vormonaten, das möchte ich ausdrücklich dazu sagen.

Verlautbarung vom 4. Oktober 2007
Am 2. Oktober startete die türkische Armee in Gebiet Tendürek der Provinz Ararat (Ağrı) eine Operation. Die Operation wird weiterhin fortgesetzt.
Am 3. Oktober haben unsere Guerillas in Gebiet Deriye Gabar - der Berg Gabar (Şırnak) eine Einheit der türkischen Armee angegriffen. Die Verluste der Armee konnte man nicht feststellen.


14. Oktober 2007
Für die Explosion in Dorf Erhaci in Iğıdır (Südosten der Türkei) haben wir keine Information. Wir distanzieren uns von diesem Anschlag. Bei der Explosion kamen 2 Kinder ums leben. Des Weiteren haben wir als HPG wiederholt bekannt gegeben, dass wir aus Prinzip solche Aktionen nicht billigen. Ebenfalls möchten wir erneut unterstreichen, dass wir keine organisierten Bestrebungen diesbezüglich haben.


Verlautbarung vom 16. Oktober 2007
Am 15. Oktober startete die türkische Armee in der Umgebung der Militärkaserne Ilıcak in Gebiet Kıği der Provinz Bingöl eine Operation. Am Mittag kam es zwischen der Armee und unseren Guerillas zu Gefechten. Bei den Gefechten wurde ein Soldat getötet, 2 verletzt. Heute Morgen startete die Armee eine neue Operation in den Gebieten von Kığı und Yedisu. Die Operation wird weiterhin fortgesetzt.

20. Oktober 2007
Am 19. Oktober startete die türkische Armee in der Umgebung Karataş und Kalecik in Gebiet Hozat der Provinz Dersim (Tunceli). Am gleichen Tag hat sich die Operation ohne Erflog zurückgezogen.

21. Oktober 2007
Um Mitternacht hat die türkische Armee eine Grossoffensive im Grenzgebiet zwischen Nord und Süd Kurdistan gestartet. Mehrere Einheiten der türkischen Armee versuchten die Grenze in Gebiet Oremar der Provinz Hakkari zu überschreiten. Unsere Guerillakräfte haben den Einmarsch der Armee angegriffen. Dabei kam in den Dörfern Ertis, Şatunis, Satê und Stûnê zu heftigen Gefechten zwischen der Armee und unseren Guerillakräften.
Die türkische Armee bombardiert auch die Dörfer von Oremar (Nord Kurdistan) Die Gefechte dauern immer noch an. Mehrere Soldaten der türkischen Armee sind als Kriegsgefangener in den Händen unsere Guerilla Kräften gefallen. Laut des türkischen Generalstabs wurden erklärt das 23 Guerillas in diesem Gefechten gefallen sind. Diese Informationen reflektieren die Unwahrheit. Bei dieser Aktion haben Wir keine Verluste. Ausserdem erklären Wir, daß wir keine Verbindung zu dem Ombnibusfall in Daglica haben, wobei 17 Zivilisten verletzt wurden. …. Am Mitternacht hat die türkische Armee eine Offensive gegen Süd Kurdistan gestartet. Mehrere Truppen der türkischen Armee wollten die Grenze in Gebiet Oremar der Provinz Hakkari überschreiten. Unsere Guerillas haben den Einmarsch der Armee angegriffen. Dabei kam in den Dörfern Ertis, Şatunis, Satê und Stûnê zu heftigen Gefechten zwischen der Armee und unseren Guerillas.

Die türkische Armee bombardierte auch die Dörfer von Oremar. (Nord Kurdistan /Gebiet in Türkei). Die Gefechte dauern immer noch an.


22. Oktober 2007
Am 20. Oktober 2007 gegen Mitternacht hat die türkische Armee eine Grossoffensive im Grenzgebiet zwischen Nord und Süd Kurdistan gestartet. Mehrere Einheiten der türkischen Armee versuchten die Grenze in Gebiet Oremar der Provinz Hakkari zu überschreiten. Unsere Guerillakräfte haben den Einmarsch der Armee angegriffen. Dabei kam in den Dörfern Ertis, Şatunis, Satê und Stûnê zu heftigen Gefechten zwischen der Armee und unseren Guerillakräften.
Bei den Gefechten wurden 35 Soldaten getötet. 8 türkische Soldaten sind als Kriegsgefangener in den Händen unsere Guerilla Kräften gefallen. Bei den Gefechten wurden weiterhin ein A-6 Waffe, ein Bomben Werfer, drei G-3 und drei M-16 Waffen wurden beschlagnahmt.
Laut des türkischen Generalstabs wurden erklärt daß mehrere Guerillas in diesem Gefechten gefallen sind. Diese Informationen reflektieren die Unwahrheit. Bei diesem Ereignis haben Wir keine Verluste. Nur 3 Guerilla Kämpfer sind bei den Gefechten leicht verletzt.
Die Identität der Gefangener türkischen Soldaten:…..(hier)


Die Chronologie der militärischen Ereignisse läßt sich in den PKK – Quellen gut nachvollziehen. Demnach gibt es mindestens seit 2006 einen kontinuierlichen Krieg zwischen der türkischen Armee und der HRG, aber keine spezifische „PKK-Offensive“.

Jetzt im Oktober gab es sehr wohl eine Offensive, aber von Seiten der Türkischen Armee. Diese war zwar militärisch erfolglos, aber politisch und medial gut vorbereitet.
Wie durch ein Wunder kocht aber ausgerechnet derzeit das Türkei – PKK – Thema hoch, nachdem der US – Kongreßausschuß diese seltsame Armenien – Resolution beschlossen hat. Forscht man da nämlich genauer nach, so stellt man fest, dass diese vorerst auf Eis gelegt wurde.

Wenn schon der ganze Theaterdonner um „PKK-Offensiven“ der türkischen Regierung offensichtlich dienlich war, die unbequeme Resolution erfolgreich und ohne Aufsehen von der Bildfläche verschwinden zu lassen, so wird das ganze wenigstens noch dazu genutzt, um nützliche Suggestionen in der „Öffentlichkeit“ zu verankern. Und diesmal macht sogar der Politblog mit – ein außergewöhnlicher Erfolg. Gratulation nach Langley, Virginia.

Und die CIA zwinkert zurück: „Ätsch, ätsch, auch die PKK wird von uns gelenkt. Wir haben alles unter Kontrolle!“

Diese ganzen Vorgänge lassen mich zum wiederholten Male fragen: Wie funktioniert denn eigentlich diese ganzen Medienhypnose? Ich möchte wirklich nicht etwa zu der Schlussfolgerung gelangen, dass auch Politblog – Autoren vom CIA unterwandert sind. Aber wie ist es zu erklären, dass solche COINTELPRO – Legenden einfach aufgegriffen und ungeprüft weitergegeben werden?

Meine ersten Erfahrungen machte ich in der Anti-Vietnamkriegs-Bewegung der 60er Jahre, mittlerweile ist der Fall dokumentiert. Das FBI hatte ein CoIntelPro - Counter-Intelligence-Program - gestartet, dessen Ziel es war, die Friedensgruppen nicht nur zu unterwandern, sondern sie dies auch wissen zu lassen. Das sollte dazu führen, daß sich die Leute gegenseitig verdächtigen, weil jeder jeden für einen Regierungsagenten hält. Das ist alles festgehalten in einem Regierungs-Memo über die Untersuchungen dieser Sache in den 70er Jahren. Und tatsächlich machte die einsetzende Paranoia es damals auch ziemlich unmöglich, daß wir in der Friedensbewegung weiter konstruktiv zusammarbeiten konnten.

http://www.broeckers.com/Interview-RAW.html

zu COINTELPRO wikipedia oder besser hier.

Die gleichgeschalteten Medien haben COINTELPRO - Methoden keineswegs verlernt, sondern eher perfektioniert. Paßt eine Aufstandsbewegung wie die Kongra - Gel so überhaupt nicht in den Kram, dann verbreitet man wenigstens die Mär, sie sei us- gesteuert. Das wird schon gefressen.
Selbst vom politblog.

Ist das der Preis, den man zahlen muß, wenn man ein „Nachrichtenmedium“ sein will, dass man dann „aus Aktualitätsgründen“ gezwungen ist, aufgewärmten CIA -Eintopf noch ein wenig nachzuwürzen und dann zu servieren?

Weiterführende Links:

Das Gesicht der PKK

Hintergrundmaterial zur PKK, wird noch bearbeitet und ergänzt

Hintergrundmaterial zum Thema Kurden in der Türkei, wird noch bearbeitet und ergänzt

Artikel "‘PKK’ bringt das US – Vasallensystem an den Rand des Abgrundes" (war ursprünglich für den politblog geschrieben)

Aus der Innensicht der Mediensöldner

Der Erfolg des Journalismus basierte lange Zeit auf einer idealistischen Illusion: dass er letztlich doch kein Geschäft ist, sondern von edlen Menschen betrieben wird, die sich um offene Kommunikation, demokratische Öffentlichkeit, sogar um Kultur kümmern, um Kritik und Kontrolle der Politik, um Orientierung – und damit gerade noch eben auf ihre Kosten kommen. Der Grundwiderspruch zwischen gesellschaftlichem Auftrag der Medien und ihrer Wirtschaftlichkeit wird durch das Ethos der Verantwortlichen aufgelöst, lautete die frohe Botschaft.

Doch im Zeitalter der Globalisierung ist es mit dieser Idylle vorbei.

http://www.zeit.de/2007/43/Medienkritik?page=1

Medienbetriebe demontieren ihre Redaktionen und umschmeicheln billige Amateure als »Leserreporter«, die ihnen die Seiten füllen. Sie richten zentrale Nachrichtenredaktionen für mehrere Blätter und Sendungen ein, springen in die digitale Welt und reduzieren gleichzeitig ihren Aufwand für journalistische Qualität.

Die Folgen dieser Entwicklung liegen auf der Hand. Medienangebote werden beliebig, und Inhalte scheinen von Relevanzen abgekoppelt. Themen werden ohne Sorgfalt behandelt, angetippt und fallen gelassen oder maßlos überschätzt; der Nachrichtenwert von Personen wird durch Wiederholung selbst erzeugt.

Besonders gern erzeugen Medien Trends auf schmaler empirischer Basis. Erst werden unreflektiert die Neoliberalen gehätschelt – um dann, etwas später, Manager pauschal als gestörte Narzissten vorzuführen. Auf der Basis selbst erzeugter Differenzen geht es pauschal gegen die Kirchen und den Glauben oder gegen die Universitäten. Und dann wieder umgekehrt.

Hinzu kommt, dass durch überzogene Journalismuskritik die Qualität von Online-Offerten hochgejubelt wird, die dem Journalismus in puncto Informationsdichte und Professionalität aber bis auf Weiteres nicht das Wasser reichen können. Sie ersetzen durchweg keine gute Zeitung und erreichen auch nicht die professionelle und ästhetische Qualität, an die wir uns vor allem durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gewöhnt haben


Demnach gibt es wohl doch keine Alternativen zu den uns vertrauten Wirklichkeitsmaschinen und -konstrukteuren.

80 Prozent der Nachrichten im spanischen Rundfunk enthalten nur eine Quelle
berichtet telepolis
http://www.heise.de/newsticker/meldung/97906

Nach einer Studie von spanischen Kommunikationswissenschaftlern an der Universidad Camilo José Cela gehen 83 Prozent der von Radio- und Fernsehsendern verbreiteten Nachrichten nur aus einer einzigen und noch dazu nicht unabhängigen Quelle hervor.

Die Journalisten der Rundfunkanstalten geben überdies in 65 Prozent der Fälle an, dass die Information von ihnen selbst kommt. Oft würden auch falsche Quellen angegeben. Durchschnittlich stammen 70 Prozent der Informationen von offiziellen Stellen, beispielsweise aus Presseabteilungen, in 80 Prozent der Fälle kommen die Informationen von interessierter Seite.

Das alles kann man letztlich nur noch als Wahrnehmungsmanagement bezeichnen.

Hintergrundmaterial über die 'PKK'

Die PKK

An dieser Stelle sei zur PKK der durchaus brauchbare Artikel in wikipedia zum Einstieg empfohlen.
Es dürfte selbst den begabtesten Lohnschreibern größte Schwierigkeiten bereiten, die PKK – Bewegung noch unter dem Ettikett „Islamistischer Terrorismus“ zu verbuchen. Ursprünglich eine maoistische Kader - Organisation mit separatistischer Ausrichtung wurde sie von dem charismatischen Abdullah Öcalan gegründet. Seit 1990 rückte sie von der Forderung nach einem eigenen kurdischen Staat immer mehr ab. Im März 1993 erklärte Öcalan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Celal Talabani (heute irakischer Präsident) im syrischen Bar Elias einen einseitigen Waffenstillstand und kündigte erstmals öffentlich den Verzicht auf die Forderung nach einem eigenen Staat an. Die PKK sei bereit, die Kurdistan-Frage auf politischem Wege zu lösen und eine Zeit friedlicher Verhandlungen zu beginnen. Diese Forderung stieß auf Unterstützung bei verschiedenen europäischen Regierungen sowie allgemein bei den europäischen sozialdemokratischen und grünen Parteien. Die türkische Regierung antwortete mit Provokationen und verstärkter Repression.
Öcalan musste auf türkischen Druck hin 1999 sein Exil in Syrien verlassen und geriet nach einer Odyssee am 15. Februar 1999 in Kenia in türkische Hände. In der PKK gilt der 15. Februar seitdem als schwarzer Tag und wird als "internationales Komplott" betrachtet. PKK – Stellungnahmen zufolge hatten Mossad und CIA ihre Hand dabei mit im Spiel. Öcalan rief aus seiner Isolationshaft heraus die PKK – Verbände zum Waffenstillstand auf, zuerst 2000 und nochmals 2006.
Die Einheiten der Volksbefreiungsarmee Kurdistans (ARGK) zogen sich ab August 1999 dem Aufrufihres Führers folgend aus dem Gebiet der Türkei in den Nordirak zurück und nahmen dort eine Defensivposition ein. Im Jahre 2000 wurde die ARGK aufgelöst und die HPG gegründet. Ihre Personenstärke wird auf über 18.000 geschätzt, wovon ca. ein Drittel Frauen sind.
Verkehrte Welt, nicht wahr? Eine laizistische autonomistische Guerilliabewegung gegen eine islamistische nationalchauvinistische Regierung (Regierungspartei in der Türkei ist die islamistische AKP) mit einer putscheifrigen Militärkaste im Nacken. Macht nichts, dann wird schon irgendwie medial hingebogen. Im Zweifelsfall mit dem Ettikett „terroristisch“.
Doch die PKK bzw Kongra-Gel ist eben keine Terroristengruppe, sondern eine politische Bewegung einer unterdrückten nationalen Minderheit, da beißt die Maus keinen Faden ab. Gewiß hat diese Bewegung viele politische Wendungen hinter sich. Ihre heutigen politischen Forderungen sind – gemessen etwa an europäischen Parteien wie der schottischen SNP – geradezu harmlos und minimalistisch. Sie vertritt das Konzept des sogenannten „demokratischen Konföderalismus“.

Dieses System soll eine demokratisch-ökologische Zivilgesellschaft im Nahen Osten schaffen, die keine Staatsgründung zum Ziel haben soll, sondern die Abschaffung des Staates und aller Hierarchien. Angestrebt wird dabei nicht eine kurdische Eigenstaatlichkeit und auch keine Konföderation von Teilstaaten, sondern der Aufbau einer Selbstverwaltung durch kommunale Basisorganisierung und ohne die bestehenden Staatsgrenzen anzutasten.

Ein guter Überblick über die politische Entwicklung der PKK und ihrer Nachfolgeorganisationen findet sich in einem Artikel bei wsws.org aus dem Jahre 1999.
Die Ettikettierung der PKK und ihrer Nachfolgeorganisation Kongra-Gel als „terroristisch“ verkleistern natürlich auch trefflich den Blick auf die grausige Realität des Kurden – Konfliktes in der Türkei und auf die Minderheitenpolitik in der Türkei überhaupt. Letztere muß man als konstant staatsterroristisch bezeichnen.
Ich bitte alle Leser, die eventuell kluge Kommentare zu diesem Artikel schreiben werden, sich auch über diese Hintergründe zu informieren.
Die medialen Suggestionen legen auch nahe, dass die PKK unprovoziert den Guerilliakrieg gegen den türkischen Staatsapparat aufgenommen hätte. Das ist aber nicht wahr, wie sich selbst in einem entsprechenden wikipedia – Artikel nachlesen lässt.

Nun hatte "Apo" (Öcalan) selbst die Forderung nach einem eigenen Staat aufgegeben, doch die türkische Seite führte den Krieg mit aller Härte weiter.

(so wsws.org)
Auf dieses spektakuläre und auch in den eigenen Reihen umstrittene Einlenken reagierte die türkische Armee nur mit noch schärferer Repression.
Militärische Vorstöße der türkischen Armee in den Nordirak und die Drohung mit denselben sind nichts neues. Das Spiel wiederholt sich seit 1999 regelmäßig im Nordirak.

Hintergrundmaterial zum Thema Kurden in der Türkei

Die Kurden in der Türkei

Die Kurdenfrage ist alles andere als ein Ruhmesblatt für die Türkei. Bis 1991 betrieb die Türkei eine brutale Assimilierungspolitik gegenüber den Kurden und leugnete kulturelle und ethnische Unterschiede. Es wurde versucht, die Kurden als ein türkisches Volk darzustellen, das aus Zentralasien eingewandert ist. Im Gesetz Nr. 2932 § 2 hieß es dazu: "Die Darlegung, Verbreitung und Veröffentlichung von Gedankengut in einer anderen Sprache als der ersten Amtssprache der von der Türkei anerkannten Staaten ist verboten." Türkisch wurde gesetzlich als Muttersprache aller türkischen Staatsbürger festgelegt. Der Strafrahmen bei Verstößen gegen dieses Gesetz betrug laut § 4 sechs Monate bis zwei Jahre Haft. Aus den Schulbüchern, Lexika und Landkarten wurden die Definitionen und Erläuterungen über Kurden und ihre Siedlungsgebiete verbannt.
Quelle

Aber immerhin: während der türkische Chauvinismus (und nicht das türkische Volk) 1915-1917 die Armenier von dem Planeten vertilgen wollte, sollen die Kurden sich gefälligst als Türken sehen und fühlen, und wenn sie nicht willig sind, so verordnet es eben das Gesetz.

Nach einem Dossier der Gesellschaft für bedrohte Völker hat sich auch nach 1991 die Politik des türkischen Staates gegenüber dem kurdischen Bevölkerungteil allenfalls kosmetisch verändert.
http://www.gfbv.it/3dossier/kurdi/kurtur-de.html
Demnach gab es allein 2003 eine erschreckende Anzahl von Menschenrechtsverletzungen vor allem an Angehörigen des kurdischen Bevölkerungsviertels zur Kenntnis nehmen. Die folgenden Zahlen gehen unter anderem auf den türkischen Menschenrechtsverein (IHD/ Insan Haklari Dernegi), Sektion Diyarbakir zurück. Sie werden im Wesentlichen von anderen Institutionen, Gruppen bestätigt:

Tote bei militärischen Gefechten: 105 Tote
Extralegale Hinrichtungen: 84 Tote
Vorwurf der Folter: 502 Fälle
Folter in Gefängnissen: 26 Fälle
Verschwindenlassen: 7 Fälle
Widerrechtliche Verhaftungen: 574 Fälle
Verletzungen des Eigentumsrechts: 3.096 Fälle
Schließung von Radiostationen: 1 Fall
Schließung von zivilgesellschaftlichen Einrichtungen: 2 Fälle
Verbote von kulturellen Aktivitäten: 36 Fälle
Konfiszierte Publikationen: 42 Fälle

Der Justizminister Cemil Cicek gab auf eine Anfrage des CHP Abgeordneten für Ankara, Yakup Kepenek, zu, daß die Türkei in den 392 Verfahren, die bislang mit dem Vorwurf der Folter vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof gebracht wurden, eine Summe von Entschädigungen in Höhe von 4,3 Millionen Euro an die Opfer zahlen mußte. Weiter 149 Klagen sind zurzeit vor dem Gerichtshof noch anhängig. Die Menschenrechtsorganisation TIHV meldet, daß bis Ende November 2003 866 Personen um Hilfe wegen erlittener Folter gebeten hatten. Unter diesen Opfern waren 32 Kinder.

2, 5 Millionen der etwa 15 Millionen Kurden in der Türkei wurden im Zuge des Krieges zwischen der Türkei und der Radikalen Kurdischen Arbeiterpartei PKK systematisch aus ihren Dörfern vertrieben. Insbesondere "wegen der geographischen Lage der Region", gemeint ist der mehrheitlich von Kurden bewohnte Osten und Südosten der Türkei, "sowie der landschaftlichen Unebenheiten und der verstreut liegenden Siedlungen" habe der Staat die Sicherheit der Bewohner dieser Siedlungen nicht ausreichend gewährleisten können, lautet die offizielle Begründung für die Vertreibungen. Daher hätten die Sicherheitsbehörden vor Ort die Bewohner dazu bewegt, diese Siedlungen aufzugeben. Die Zahl der Vertriebenen beläuft sich nach Angaben der 1998 einberufenen parlamentarischen Untersuchungskommission unter Vorsitz des ehemaligen Abgeordneten von Diyarbarkir Hasim Hasemi ungefähr auf 2,5 Millionen Menschen aus 3.428 Dörfern.

Renommierte Menschenrechtsorganisationen, wie der IHD (Menschenrechtsverein der Türkei), Göc-Der (Vereinigung für Rückkehr der Flüchtlinge), TIHV (Türkische Menschenrechtsstiftung) schätzen diese Zahlen allerdings weit höher ein. Die kurdischen Opfer wurden ihrer Lebensgrundlage und ihre soziale Umwelt beraubt. Sie fristen am Rande der Großstädte (vor allem Istanbul) in bitterster Armut unter zumeist menschenunwürdigen und erbärmlichen Verhältnissen ihr Dasein.

Weiterführende informative Links:



http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Tuerkei/nordirak.html
(2001 - Bündnis Türkei - PUK)

Samstag, 13. Oktober 2007

Cu Chi

Cu Chi ist der Name dieses Bloggs.
Was ist der Ursprung dieses Namens?

Die Tunnel von Củ Chi waren ein Tunnelsystem, in dem sich vietnamesische Partisanen im Vietnamkrieg von 1948 bis 1975 versteckt hielten. Der Kreis Củ Chi, nachdem die Tunnel benannt sind, liegt heute im Verwaltungsgebiet von Thành phố Hồ Chí Minh (Hồ-Chí-Minh-Stadt).
Die ersten Tunnel von Củ Chi entstanden 1948 im Krieg gegen die Kolonialmacht Frankreich, um Waffen, Vorräte und auch schon Menschen der Viteminh – Guerillieros zu schützen. Nachdem die Vietnamesen über die Franzosen gesiegt hatten, entsandten die USA massiv Truppen nach Vietnam, um ihre Marionettenregimes (unter Diem, dann unter Thieu) zu stützen.

Als sie unweit von Củ Chi ein Militär - Hauptquartier errichteten, ahnten sie nicht, dass der Feind unter der Erde lauerte. In den sechziger Jahren gruben vietnamesische Partisanen immer weiter und immer tiefer, bis das Tunnelsystem auf eine beachtliche Länge von 200 Kilometern auf drei Ebenen angewachsen war. Unter der Erde entstanden ganze Städte mit Schulen, Lazaretten, Büros, Schlafgelegenheiten usw. Alle unterirdischen Gebäude waren mit Tunneln von ca. 80 cm Höhe und 60 cm Breite verbunden. Zur Außenwelt konnte man durch Klapptüren, die mit Laub und Gras bewachsen waren, gelangen. Alle Eingänge waren durch einfache, aber wirkungsvolle Fallen gesichert.

Die USA sowie ihre Verbündeten versuchten mehrmals die Tunnel einzunehmen oder zu zerstören. Es gelang ihnen nie.

Regelmäßig flimmern über die Spätprogramme des Fernsehens sogenannte „Vietnamkriegsfilme“ aus Hollywoods Produktionsstätten. Wie Peter Scholl-Latour einmal richtig bemerkte, gibt es keinen unter ihnen, der nicht eine Lüge gewesen wäre (selbst nicht der hochgelobte Film „Platoon“).
Es scheint bisweilen, als ob die US – Kriegsmaschinerie den Krieg, den sie gegen das tapfere vietnamesische Volk verloren hat, auf der Leinwand im Nachhinein noch „gewinnen“ wollte. In Streifen wie „Rambo“ wird die sieglose US – Armee nachträglich noch zu heroisieren versucht. Tatsächlich war die US – Kriegsmaschine mit 500 000 US – Soldaten und 1,5 Millionen Söldnern den Vietcong – Partisanen mit 1968 gerade mal 50000 Kämpfern haushoch überlegen, technologisch und zahlenmäßig.
Aber die „Vietcong“ hatten die Unterstützung des einfachen Volkes.
Es heißt oft, dass Sieger die Geschichte schreiben. Im Falle des Vietnamkrieges scheint es geradezu umgekehrt: mit ihrer Medienmacht versuchen die Besiegten die Kriegsgeschichte noch umzuschreiben. Seltsamerweise gibt es keine „Kriegsfilme“, die den Vietnamkrieg (auch) aus der Sicht der tatsächlichen Sieger zeigt.
Das hat natürlich Gründe.
Obwohl der Vietnamkrieg die bisher schwerste Niederlage des US-Imperiums darstellt, ist doch die Macht dieses Imperiums noch ungebrochen. Mit dem Angriffskrieg gegen den Irak hat es sogar gewagt, sein Vietnam“abenteuer“ noch zu toppen.
Der verlorene Vietnamkrieg ist gewissermaßen „als Versehen“ ad acta gelegt.
Ich habe folgenden bemerkenswerten Dokumentarfilm in Google Video gefunden. In diesem Streifen kommen die wahren „Helden“ des Vietnamkrieges persönlich zu Wort, vietnamesische Männer und Frauen, Bewohner des Distriktes Cu Chi, die im wahrsten Sinne des Wortes in den Untergrund gingen und dort lebten.
Natürlich berichten sie von einem wenig „heroischen“ Alltagsleben in engen Tunneln, auf den Boden gepresst, unter ständiger Atemnot, während überirdisch die US – Truppen die mörderischen Segnungen ihrer „Zivilisation“ in Form von Bomben und Granaten verstreuten. Es handelt sich bei den Interviewten um einfache Menschen. Sie berichten von medizinischen Operationen ohne Narkose, der Geburt eines Kindes in den Tunneln, dem Hunger, dem täglichen Kampf ums Überleben, sie berichten wie sie aus den Geschossen der Invasoren sich ihre eigenen Waffen fertigten und aus Bambus und Metallesten Fallen gegen die Invasoren bauten. Das Alltagsleben verlagerte sich unter die Erde, dort wurde geheiratet, kamen Kinder zur Welt, wurden Schulen eingerichtet.
Es gibt kaum einen Flecken Erde auf der ganzen Welt, auf den so viele Bomben geworfen wurden, auf dem so viel Napalm verschüttet wurde wie auf Cu Chi. Es ist kaum zu glauben, daß Menschen dieses Inferno überhaupt überleben konnten.
Und doch war Cu Chi der Ausgangspunkt des vietnamesischen Sieges.
„Jeder, der in diesem Gebiet um sein Überleben kämpfte, wusste um die Situation“, berichtet ein ehemaliger Kämpfer. „Aber niemand wollte einfach aufgeben und sterben. Sie (die Kämpfer von Cu Chi) nutzen was immer sie konnten, um zu überleben. Sie waren entschlossen, unter allen Umständen weiterzukämpfen.
Lassen Sie mich Ihnen sagen: diese Art von Geist kann nicht gebrochen werden“.
So also sehen Sieger also wirklich aus.

Samstag, 9. Juni 2007

Bilder von mutmaßlichen Lockspitzeln, Agent Provocateuren und Greifern in Heiligendamm / Rostock

Bei den Demonstrationen gegen den G8 - Gipfel waren bekanntlich verkleidete Polizeibeamte unter den "Autonomen".
Hier ein Bild von dem entlarvten Agent Provocateur bei der Galopprennbahn.
Provocateur
Der kleine hektisch telefonierende mit der Kapuze rechts daneben ist offenkundig auch einer.
Hier nochmals beide "Staatsschützer":
handyman
Hier noch ein Bild von dem Herrn vom "schwarzen Block"
serveimagephp
Öffentlichkeitsscheu, der Herr von unserer Polizei:
nase1
Der trittfreudige Geselle auf dem nächsten Bild gehörte offenkundig auch zu dieser AP - Truppe. Er versucht einen Demonstranten daran zu hindern, den geschnappten Provokateur zu demaskieren.
Provo0
Fast gleiche Einstellung:
muetze
Hier ist der Treter, der offenbar Win Tsun oder so was ähnliches trainiert hat, nochmals zu sehen (Pfeil)
Provo1a
und hier auch:
Provo2a
und hier:
Provo3a
und hier:
Provo4a
wahre Partner auch hier:
Bekannte
Befehlsausgabe unter "Autonomen" - Agent Provocateurs zufällig von DPA fotographiert (© Foto: Kay Nietfeld)
order2
ein Greifer mit geheimen Handzeichen:
Handzeichen_2
Hier die Situation, in der das Greiferle Handzeichen gibt:
zugriff
Hier der gleiche Greifer in Aktion. Möglicherweise war diese Festnahme fingiert:
Festnahme
Der Kollege des Greifers, der Bully mit der Schirmmütze, setzt offenkundig einen Teaser ein.
taser
Der Greifer im Wasserwerfer
wawe
Quellen für diese erstklassigen Fotos waren unter anderem:
http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/3813329/
http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/3817377/

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